Grüne Branche

Friedhof der Märzgefallenen soll „Nationale Gedenkstätte“ werden

Mit Revolutionen hatten die Deutschen – bis zur friedlichen von 1989 – wenig Glück. Lange nach der Französischen Revolution 1789 brach sich der Demokratiegedanke im beginnenden 19. Jahrhundert auch in Deutschland Bahn. Das Hambacher Fest 1832 in der Pfalz, ein provisorisches Vorparlament in der Frankfurter Paulskirche und Aufstände in Baden kennzeichnen das demokratische Aufbegehren im vorletzten Jahrhundert. Der Funke sprang auch nach Berlin, Preußens Hauptstadt über.

Der „Rote Matrose“erinnert an die 1918 gefallenen Matrosen der Volksmarinedivision. Foto: Herrgen.

Ab 18. März 1848 wurden Barrikaden errichtet und Straßenkämpfe entbrannten. Von der Staatsgewalt blutig niedergeschlagen, forderte der Aufstand für Demokratie am Ende 254 Tote. Sie fanden im Friedrichshain ihre letzte Ruhe. Nun soll der Ort „Nationale Gedenkstätte“ werden.


Neben den 71 revolutionären Kämpfern waren auch 183 zivile Tote zu beklagen. Mit großem Pathos wurden sie auf dem Lindenberg im damals vor den Toren der Stadt liegenden Friedrichshain bestattet. Metallkreuze, Grabsteine und Grabplatten mit Inschriften erinnerten namentlich an die meisten Toten, einige sind unbekannt oder anonym. Die meisten Opfer waren Handwerker, Lehrlinge und Gesellen, der jüngste gerade zwölf Jahre alt, der älteste 76. Mehrheitlich lag ihr Alter bei Mitte zwanzig. Mehr dazu in der Dezember-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 26.