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Friedhof: erster „Erinnerungsgarten der Kulturen“

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Auf dem Heidelberger Bergfriedhof gibt es ab sofort einen „Erinnerungsgarten der Kulturen“. Das vom Friedhofsgärtner Christof Hilligardt aus Pforzheim entwickelte Konzept wurde vor drei Jahren bei der Gartenschau in Mühlacker vorgestellt und nun erstmals in der Praxis realisiert. Zu dem neuartigen Grabfeld gehören auch Bereiche wie Mediterran, Orient, Fernost.

Der „Erinnerungsgarten der Kulturen“ wurde am 6. Dezember auf dem Heidelberger Bergfriedhof eröffnet. Foto: Edwin Hanselmann

Weiterentwicklung der „gärtnergepflegten Grabfelder“

Wie das Motto „Miteinander leben – miteinander gedenken“ besagt, will der „Erinnerungsgarten der Kulturen“ die Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Religionen vereinen. Zugleich versteht sich das Konzept als Weiterentwicklung der in den badischen Regierungsbezirken Baden-Württembergs stark verbreiteten „gärtnergepflegten Grabfelder“.

Alle betreffenden Gräber werden von Friedhofsgärtnereien gepflegt. Wer das Nutzungsrecht an einer der Grabstätten erwirbt, schließt zugleich für die Dauer der jeweiligen Ruhefrist einen Dauergrabpflegevertrag mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner ab.

Sechs Bestattungsbereiche im Erinnerungsgarten

Das spezielle Grabfeld ist in sechs Bestattungs- und Gestaltungsbereiche gegliedert: Orient, Asien/Fernost, Mediterran, Europa, Am Trocken-Bachlauf, Unter der Fichte.

Im Bereich Europa ist nach Mitteleuropa, Alpinum, Ahorn sowie „Rosen & Lavendel“ differenziert. Die Gestaltungselemente variieren von klassischer Grabgestaltung bis zum alpinen Steingarten. In diesem Teil der Anlage soll es Erd- und Urnengräber geben.

Im Bereich Mediterran kommen ebenfalls sowohl Erd- als auch Urnengräber vor. Hier dominieren Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, zum Beispiel Olivenbaum, Hanfpalme, Zypresse.

Nur Erdgräber wird es im Bereich Orient geben und den Vorgaben des Islam entsprechend sind sie nach Mekka ausgerichtet. Außerdem sollen diese Gräber eher schlicht gestaltet sein. Geschwungene Blumenbänder durchziehen die Rahmenfläche und erinnern an traditionelle Parkanlagen in Istanbul.

Im Gegensatz dazu wird es im Bereich Asien/Fernost ausschließlich Urnengräber geben. Die entsprechende Anlage leitet sich von der asiatischen Zengarten-Kultur ab und pflanzlich kommen hier vor allem Bambus, japanischer Ahorn, Rhododendren sowie Azaleen vor. Hinten sind Travertin-Steine und Schieferfindlinge.

Bei der Variante „Am Trocken-Bachlauf“ werden Urnen im Uferbereich eines abwechslungsreich gestalteten Bachlaufs beigesetzt. Symbolhaft soll dieser aus der japanischen Garten-Gestaltung abgeleitete Teil des Erinnerungsgartens ans Meer erinnern.

Der Bereich „Unter der Fichte“ betrifft das Umfeld einer sehr großen und alten Fichte, quasi dem herausragenden Gehölz der gesamten Anlage. Mit bodendeckenden Pflanzen hat das betreffende Feld einen naturnahen Charakter.

Mehr zum „Erinnerungsgarten der Kulturen“ lesen Sie in der aktuellen TASPO 51/2018, wo wir auch einen Blick auf die Pflegepreise werfen.