Grüne Branche

Friedhof und römische Ausgrabungsstätte zugleich

, erstellt von

Nur wenige Meter vom Gardasee entfernt befindet sich der Friedhof San Zeno in Castelletto di Brenzone. Zwei Punkte heben ihn besonders hervor: Der Schwesternfriedhof im Norden und die Ausgrabungen einer römischen Villa im Süden.

Blick auf die Rückseite der Kirche San Zeno. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen am Ufer des Gardasees. Rechts die Ausgrabungsstätte. Foto: Christine Schonscheck

Hohe Mauern und eine Reihe von Zypressen

Von Castelletto di Brenzone aus führt, parallel zur Via A. Vespucci, den Fußgänger ein schmaler Strandweg am Gardasee direkt zum Friedhof. Eingerahmt von einer hohen Mauer wachsen eine Reihe von Zypressen. Durch das schmiedeeiserne Haupttor gelangt der Besucher auf den Teil des Friedhofs, auf dem die Kirche San Zeno steht. Sie gilt als eines der ältesten Kirchen am Ufer des Sees. Die Kirche (elftes, zwölftes und 13. Jahrhundert), wie sie heute in ihren romanischen Formen bewundert werden kann, geht auf einen deutlich älteren Ursprung zurück. Sie soll auf den Resten einer römischen Villa errichtet worden sein.

Es wird vermutet, San Zeno sei bis dahin Hauptkirche im Gebiet von Brenzone sul Garda gewesen, als Anfang des 15. Jahrhunderts San Giovanni Battista in Magugnago zur autonomen Pfarrkirche wurde. Das Kirchengebäude von San Zeno weist eine etwas ungewöhnliche Struktur auf. Dies rührt von den verschiedenen Bauabschnitten her. Die nördliche Seitenwand sowie das angrenzende, gegen Osten gerichteten Mauerwerk, wird der präromanischen Phase und damit dem ersten Bauabschnitt zugeordnet. Im Verlauf des zwölften Jahrhunderts soll dann, in einer zweiten Phase, die Kirche nach Süden erweitert worden sein. Dabei seien sowohl die heutige südliche Seitenwand wie auch die drei östlichen Apsiden entstanden.

Auf den Beginn des 13. Jahrhunderts wird der dritte Bauabschnitt datiert. In dieser letzten Bauphase, so wird angenommen, soll der Kirchturm in das Bauwerk integriert und die Fassade neu gestaltet worden sein. Nur vorn ist eine Dachfläche zu sehen. Die kleinere, über dem Seitenschiff befindliche, wird durch den wuchtigen Glockenturm verdeckt. An den Wänden der Seitenschiffe und entlang der Runde der Hauptapsis schmücken spätromanische byzantinische Fresken den sakralen Raum.

Erweiterungsarbeiten bringen römische Villa zu Tage

Läuft man an der Südfront der Kirche vorbei, führt der Weg auf die Kolumbarienwand zu. Von der Galerie der Kolumbarienwand aus fällt der Blick dann unwillkürlich auf die römische Ausgrabungsstätte. Während Erweiterungsarbeiten auf dem Friedhof wurden im Jahr 2004 dort die Grundmauern einer Villa aus römischer Epoche entdeckt. Dabei kam eine außergewöhnliche Anlage mit Mauerwerk zu Tage. Diese Villa soll zu einer der wichtigsten Wohnanlagen aus römischer Zeit gehören, welche bisher auf venetischem Gebiet entdeckt worden sind. Sie wird als „See-Residenz“ bezeichnet. Es wird angenommen, dass sie über mehrere, zum See hin abfallende, Terrassen errichtet wurde.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Friedhofskultur 10/2018, die Sie auch in unserem Haymarket Shop abrufen können.