Grüne Branche

Friedhofsgärtner: Ab auf die Knie – oder nicht?

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In vielen Bereichen der Grünen Branche sind Mitarbeiter vielfältigen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Dazu gehört bei Friedhofsgärtnern das Knien während der Arbeiten am Grab. Wir haben nachgefragt, welche Hilfsmittel entlasten können und wie sich das Arbeitsverhalten verändert hat.

Bei der Bepflanzung von Grabanlagen arbeiten die Friedhofsgärtner oftmals noch auf den Knien. Foto: Friedhofsgärtnerei Seppelfricke

Muskel-Skelett-Erkrankungen durch körperliche Belastungen

Bei körperlichen Belastungen dominieren nach wie vor die Muskel-Skelett-Erkrankungen, zeigt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) auf. Neben schwerem Heben und Tragen, Arbeiten in der Rumpfvorbeuge oder über Schulterniveau gehöre das Arbeiten in Zwangshaltungen wie Knien zum Arbeitsalltag.

Der Einsatz von Hilfsmitteln beim Knien führt daher zu einer deutlichen Verringerung der Muskel- und Skelettbelastungen, erklärt die SVLFG.

Gärtnerei Kretschmer: „Benutzen seit Jahren Kniekissen“

„Wir benutzen seit Jahren Kniekissen“, erzählt Ralf Kretschmer von der Gärtnerei Kretschmer. „Allerdings versuchen wir auch, im Rahmen der Arbeitsverfahren das Knien zu minimieren.“ Damit ist gemeint, dass der Arbeitsplan abwechslungsreiche Tätigkeiten für die Mitarbeiter vorsieht. Bei Neuanlagen von Gräbern besteht die Abwechslung im Erde auffüllen und dem Pflanzen.

Während die Wechselbepflanzungen am Grab durchgeführt werden, wird die Arbeitsvorbereitung so gestaltet, dass nur kurze Zeit gebückt gearbeitet werden muss.

Kniekissen oder -matten entlasten Knie und Rücken, da sie einer Punktbelastung direkt an der Kniescheibe entgegen wirken und ebenso störende Bodenunebenheiten ausgleichen, zeigt die SVLFG auf. Zudem halten sie Kälte und Feuchtigkeit von den Kniegelenken fern. Hergestellt wird die Matte zumeist aus einer PVC-Nitril-Mischung, die erhöhte Resistenz gegen Öle und Chemikalien biete.

Friedhofsgärtnerei Adrian: „Wir verwenden Knieschoner“

„Wir verwenden Knieschoner, die in die Arbeitshosen gesteckt werden“, berichtet Thorsten Adrian von der Friedhofsgärtnerei Adrian. Arbeitshosen und Beinlinge in unterschiedlichen Ausführungen sind mit Einschubtaschen in Kniehöhe für das Einlegen von Polstern ausgestattet. Beim Knien wirken große Kräfte auf das Gelenk.

Ein Knieschutz kann helfen, diese Kräfte besser zu verteilen, sodass die Belastungen für die Knie geringer werden, erklärt die SVLFG den ergonomischen Aspekt. Gegenüber herkömmlichen Knieschützern wird mit Knieschonern in den Arbeitshosen das Einschnüren an den Kniekehlen vermieden, und sie müssen nicht extra mitgeführt und angelegt werden.

Friedhofsgärtnerei Seppelfricke: „Pflege oder Bepflanzung immer noch auf den Knien“

„Bei uns überwiegen noch die klassischen Grabanlagen mit gängigen Bodendeckern und Wechselbeeten, insofern arbeiten wir bei der Pflege oder Bepflanzung immer noch auf den Knien“, berichtet Thomas Seppelfricke von der Friedhofsgärtnerei Seppelfricke.

Auf die Frage, ob fertige Staudenmatten eine Alternative bei der Bepflanzung darstellen, vielleicht sogar Zeit einsparen, erklärt Seppelfricke: „Die Staudenmatten haben sich für uns als zu kleinteilig und unruhig erwiesen. Gegebenenfalls legen wir Staudenflächen daher lieber selber an. Das funktioniert zum Beispiel in unserer NaturRuh-Anlage wirklich gut.“

Die komplette Umfrage lesen Sie in der TASPO 19/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.