Grüne Branche

Friedhofsgärtner: betriebswirtschaftlich erfolgreiche Fachsparte

Nehmen wir das Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK) und damit den für die Löhne und die Kapitalverzinsung erwirtschafteten Betrag als Maßstab, so sind die Friedhofsgärtnereien die erfolgreichste gärtnerische Fachsparte. Jedenfalls lässt sich dies aus den Orientierungsdaten Baden-Württemberg 2014 mit Blick auf die Spartenübersichten ableiten. 

Zu den „Aushängeschildern” der badischen Friedhofsgärtner zählt das Parkgrabfeld im Mannheimer Hauptfriedhof. Foto: Edwin Hanselmann

Buchführungsdaten aus 29 friedhofsgärtnerischen Unternehmen im „Ländle” brachten beim Betriebsertrag einen Mittelwert von 457.304 Euro. Dies sind natürlich deutlich weniger als die 678.768 Euro bei den Landschaftsgärtnern und gleichermaßen deutlich weniger als die 667.158 Euro beim Zierpflanzenbau.

Beim Betriebseinkommen je AK ergab sich bei den Friedhofsgärtnereien ein Mittelwert von 36.774 Euro. Er war damit etwas höher als im GaLaBau und viel höher als beispielsweise im Zierpflanzenbau (26.503 Euro) und bei den Baumschulen (27.125 Euro).

Das Betriebseinkommen je AK kennzeichnet die Wertschöpfung der im Betrieb eingesetzten Arbeitskräfte und des eingesetzten Kapitals. Diese Kennzahl wird berechnet, indem man vom Betriebsertrag den Betriebsaufwand abzieht und den Lohnaufwand addiert. Ein positives Betriebseinkommen ist nötig, um die Löhne zahlen zu können und eine Kapitalverzinsung zu erzielen.

27.750 Euro war im Jahr 2013 laut den Orientierungsdaten bei den Friedhofsgärtnereien der Mittelwert für den Lohnaufwand je angestellte AK. Immerhin etwas mehr als 9.000 Euro betrug somit die Differenz von Betriebseinkommen je AK und Lohnaufwand je angestellte AK. Beim ersten und damit erfolgreichsten Drittel der Friedhofsgärtnereien ergab sich sogar eine Differenz von fast 17.000 Euro.

Während beim dritten Drittel das Betriebseinkommen je AK in den weitaus meisten Fachsparten niedriger als der Lohnaufwand je AK war, zeigt sich bei den Friedhofsgärtnereien ein anderes Bild. Das dritte und damit schwächere Drittel der Friedhofsgärtnereien erreichte immerhin ein Betriebseinkommen je AK von 26.513 Euro. Es überstieg damit den Lohnaufwand je AK um 2.758 Euro.

Der Lohnaufwand als wichtigster Aufwandsposten machte bei den Friedhofsgärtnereien knapp ein Drittel des Betriebsertrags aus (Mittelwert). Der Einkauf von Handelsware – also der Wareneinsatz – war wie gewohnt der zweite große Aufwandsposten. Er belief sich auf 22 Prozent des Betriebsertrags im Mittelwert oder 25,1 Prozent beim erfolgreichsten Drittel.

Der Anteil Eigenproduktion ist bei den Friedhofsgärtnereien deutlich höher als im Garten- und Landschaftsbau. Er machte immerhin 7,6 Prozent des Betriebsertrages laut Mittelwert und 7,9 Prozent beim ersten Drittel aus. (eh)