Grüne Branche

Friedhofsgärtner: Erste gemeinsame Tagung im Norden

Die Friedhofsgärtner des Gartenbauverbandes Nord (GVN) und des Wirtschaftsverbandes Gartenbau (WVG) Niedersachsen tagten am 23. Februar 2011 erstmals gemeinsam. Die Vorsitzenden der Landesfachgruppen, Helmut Barthels (GVN, Hamburg) und Horst Rechter (WVG, Hannover), zogen ein positives Fazit der Veranstaltung. Im öffentlichen Sitzungsteil brachte der Präsident des Gartenbauverbandes Nord, Andreas Lohff, seine Freude über die zunehmende Annäherung beider Gartenbau-Landesverbände zum Ausdruck.

Referent Fritz Roth rief die Teilnehmer zur Kritik des eingefahrenen Berufsbildes auf und empfahl „Den Tod persönlich nehmen!“ Foto: Gartenbauverband Nord

Wiebke Lohff, Hochschule Rhein-Main, setzte sich im Fachvortrag mit der „Ursachenanalyse der unterschiedlichen Akzeptanz gärtnerbetreuter Komplettgrabanlagen in Hessen“ auseinander. Im Ergebnis konnte sie feststellen, dass die Motivation der beteiligten Betriebe eine bedeutende Rolle bei dem Erfolg dieser Angebote spielt.

Kann der Kunde bei Betreten des Grabfelds schon die Besonderheit dieses Feldes durch das äußere Erscheinungsbild erkennen, so stellte sich auch ein Erfolg dieser Grabform ein.

Ist jedoch ein schlechter Pflegezustand Hauptmerkmal der Anlage, so sei dies deutlich mit dem Nichterfolg solcher Grabfelder zu verknüpfen. Negativ auf den Erfolg wirke sich weiterhin aus, wenn Bestattungsunternehmen das Angebot ablehnen, aber auch wenn die Anlage eine schlechte Gesamtgestaltung aufweise.

Zusammenfassend stellte Lohff fest, dass viele unterschiedliche Aspekte die Akzeptanz gärtnerbetreuter Komplettgrabfelder beeinflussen. Dabei ist immer auch die Situation vor Ort zu beachten und in die Lösungsansätze einzuarbeiten.


„Den Tod persönlich nehmen und das eigene Berufsbild überholen“

„Den Tod persönlich nehmen!“, dafür warb der bundesweit bekannte Bestatter Fritz Roth. Roth ermutigte die norddeutschen Friedhofsgärtner, über ihre Rolle als Begleitung der Trauernden nachzudenken. Man müsse wieder Mut machen, auf den Tod zu schauen, denn für die Auseinandersetzung mit dem Tode gebe es in der aufgeklärten, modernen Gesellschaft weder Raum noch Zeit. In der Begleitung des Trauernden komme es auf vier Elemente an:

-Heimat geben (am bestem im vertrauten Zuhause),

-Zeit geben,

-persönlich trauern (Person des Toten)

-sowie Erinnerung individuell ermöglichen und unterstützen.

Das eingefahrene Berufsbild der Gewerke am Friedhof sei zunehmend überholt und deshalb in Frage zu stellen. Auch der Wettbewerb mit Bestattungswäldern sei ohne grundsätzliche Neuausrichtung nicht zu gewinnen.

Ein Beginn könne die Auseinandersetzung mit der Frage sein: „Was würde ich mir für meinen eigenen Sterbefall wünschen?“

In interner Sitzung wurden die Ergebnisse der Bundesarbeitsarbeitstagung des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) 2011 in Augsburg erläutert und diskutiert. Dabei war die Fortsetzung der Imagekampagne „Es lebe der Friedhof“ von besonderem Interesse.