Grüne Branche

Friedhofsgärtner: Marketing darf auch frech sein

Ein Friedhofsgärtner muss und darf werben, die Werbung darf Spaß machen und soll unterhalten, denn sie richtet sich an die Lebenden. Erasmus A. Baumeister hat sich mit seiner gleichnamigen Werbeagentur auf Kunden aus dem Bereich Bestatter, Steinmetze, Friedhofsverwaltung, Treuhandstellen und Friedhofsgärtner konzentriert.

Der Friedhofsgärtner sollte seine Zielgruppe aufklären und unterhalten. Denn die Menschen müssen den Friedhofsgärtner und besonders dessen Leistungen außerhalb eines Trauerfalles kennenlernen. Er betonte, es gebe keine Marketinglösung für alle Friedhöfe, sie sind regional oder sogar lokal zu unterschiedlich.

In der Regel sind es Familien-Unternehmen und sollten mit ihrer Person, mit ihrer Philosophie und nicht anonym ihre Produkte bewerben. Ein Konzept sollte hochwertig sein, die Qualität muss stimmen, es sollte geistreich und kreativ sein. Damit richte man sich an die Lebenden und deren Themen, es werde nicht der Tod verkauft, so Baumeister. Die Themen sind beispielsweise: Familie, Erbrecht, Vorsorge, Blumensymbolik, Tradition, Testament, Organspende, Musik, Patientenverfügung, Beileidsbekundungen.

Gefragt sei eine moderne Grafik, die mit Witz und Selbstironie gestaltet ist. Grundsätzlich könne man den Verbrauchern viel mehr zumuten, es brauche nicht immer ein „Pietät-Mäntelchen“. Marketing könne provokant, witzig sein, kann auch bewusst an Grenzen gehen.

Beispielsweise neben einem Foto mit tanzenden Kindern steht: „Endlich, Opa ist tot. Wir feiern das oft an seinem Grab.“

Oder ein Sohn mittleren Alters mit Sparschwein: „Meine geizige Mutter ist tot. Sie hat ein besonders teures Grab. Hoffentlich ärgert sie sich.“

Weiterhin riet er zu hochwertigen Broschüren, Aktionen für Kinder, Überhangflächen zu nutzen und zu emotionalen Ausstellungen im Schaufenster. (fri)