Grüne Branche

Friedhofsgärtner NRW: Imagekampagne geht weiter

Ein Votum der Basis zur Frage der Imagewerbung in NRW wollte Carsten Nöll, Vorsitzender des Fachverbandes rheinischer Friedhofsgärtner, haben. Mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen stimmte die überwiegende Mehrheit von 96 Prozent der Anwesenden dafür. 

Wiedergewählt in den Vorstand: Heinz Günter Arnouts, Aachen (l.), und Wulf Merkelbach, Hilden (r.), hier mit dem Vorsitzenden Carsten Nöll. Foto: Gabriele Friedrich

Damit erhielt Nöll bei der Wintertagung in Kaarst eine breite Zustimmung, um die Kampagne als Regionalwerbung Dauergrabpflege in NRW fortführen zu können.

Es konnten sowohl die anwesenden 115 Delegierten des Verbandes als auch Mitgliedsbetriebe mitstimmen. Und sie kamen zu einem eindeutigen Meinungsbild bei der Versammlung in Kaarst. Der Vorstand des Fachverbandes Rheinischer Friedhofsgärtner, der Aufsichtsrat der Rheinischen Treuhandstelle und auch die Genossenschaften Aachen, Bonn und Düsseldorf begrüßen den klaren Zuspruch für den Fortgang der Kampagne in NRW.

Kritik kommt vor allem von der Genossenschaft Köln, die sich bisher und in Zukunft nicht an der Kampagne beteiligen will. Sie argumentieren, dass jeder lokal auf seinen Friedhöfen vor Ort aktiv sein muss. In jeder einzelnen Kommune sei Initiative nötig und diese Werbung unterstütze die friedhofsgärtnerischen Betriebe. Das sei in Köln ganz ansprechend gelungen und strahle auch positiv über die Stadtgrenzen hinaus. Eine Image-Kampagne müsse außerdem langfristig angelegt werden und nicht nur im Drei-Jahres-Rhythmus. Kritik sei auch an dem Slogan „Es lebe der Friedhof“ aufgetaucht, da sich oft Angehörige gerade Verstorbener daran stoßen.

Bereits zuvor hatte sich der westfälisch-lippische Schwesternverband mit großer Mehrheit für die Fortführung der Kampagne in Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Auch hier sind einige Stadt-Genossenschaften noch nicht überzeugt. Doch für drei weitere Jahre kann sie nun fortgeführt werden.
„Das ist kein Freibrief für diesen Zeitraum“, unterstrich Nöll. „Sondern wir können planen, arbeiten und nach einem Jahr kritisch betrachten und gegebenenfalls korrigieren“, sagte er. Die neue Orientierung in NRW war nötig geworden, weil sich die Bundesarbeitstagung der Friedhofsgärtner im Januar auf keine solidarisch gerechte Finanzierung für die Fortführung der Image-Kampagne ab Sommer 2012 einigen konnte. Daher musste sie abgebrochen werden.

Nöll forderte von allen Friedhofsgärtnern, auch weiterhin bundesweit zusammenzustehen. Es sei irrwitzig, dass man sich in Berlin über die Finanzierung nicht einig war, obwohl man die Image-Kampagne insgesamt begrüßt hatte. Nöll mahnte, nicht die Öffentlichkeit sei der Gegner der Friedhofsgärtner, sondern „unsere größten Gegner sind wir selbst.“

Jetzt kommt in Nordrhein-Westfalen, übrigens auch in einigen anderen Bundesländern, die Regionalisierung in Form einer Produktwerbekampagne für den Bereich Dauergrabpflege. Nöll erläuterte, dass der Slogan „Es lebe der Friedhof“ beibehalten werde, sowie die Motive der bisher erfolgreich durchgeführt Öffentlichkeitsarbeit nahtlos anschließen werden. Die letzte Anzeigenschaltung ist für März 2012 geplant, nach den Sommerferien soll dann die NRW-Kampagne ohne Verzug anknüpfen. Es sollen entsprechende Textbausteine speziell für die Dauergrabpflege hinzugefügt und auch das Logo der Dauergrabpflege verwendet werden.

Die Kampagne verweist dann nicht auf eine bundesweite Internetseite, sondern auf eine spezielle nordrhein-westfälische Homepage. Sie soll die beteiligten Dauergrabpflegeeinrichtungen widerspiegeln und auch die einzelnen Friedhofsgärtnereien in der Region. Zwei Drittel des Etats sollen für den NRW-weiten Öffentlichkeitsauftritt verwendet werden, ein Drittel ist speziell für Schwerpunktaktionen in den einzelnen Städten vorgesehen.

Neu an der Kampagne ist nicht nur der beworbene Bereich mit der Dauergrabpflege, sondern die damit verbundene Absicht, dass sich die Betriebe auch regional in den Werbemaßnahmen wiederfinden. Werbematerial, das in den Betrieben noch vorhanden ist, inklusive der acht bisherigen Motive, ist weiterhin verwendbar. (fri)