Grüne Branche

Friedhofsgärtner: Region NRW startet durch

Ausdrücklich bedauerte Carsten Nöll (Essen) noch einmal die Einstellung der bundesweiten Image-Kampagne mit dem Slogan „Es lebe der Friedhof“. Auf ihren Erfolg bauen jetzt die Friedhofsgärtner in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit einer entsprechenden landesweiten Produktkampagne weiter auf. Werbung in der Öffentlichkeit soll dem Negativ-Trend rund um das Friedhofswesen werbewirksam begegnen, die Dienstleistung hervorheben und damit Produktwerbung für die Dauergrabpflege machen, so der Vorsitzende des Fachverbandes rheinischer Friedhofsgärtner bei deren Wintertagung in Kaarst.

Wiedergewählt in den Vorstand des Verbandes rheinischer Friedhofsgärtner (v. l.): Kai Stockrahm, Fritz Mölders, Hans Möhle, Carsten Nöll. Foto: Gabriele Friedrich

Der GaLaBau befindet sich bereits im zwölften Jahr in einer erfolgreichen Imagekampagne für den Beruf und seine Leistungen. Die Friedhofsgärtner hätten drei Jahre lang eine bundesweite Image-Kampagne erfolgreich durchgeführt und sie hatten damit auch entsprechenden Erfolg in der Zielgruppe. Die Einstellung dieser Bundeskampagne belege allerdings auch, „dass unser Gegner nicht die Öffentlichkeit ist, unsere größten Gegner sind wir selbst“, so Nöll.

Die Friedhofsgärtner hätten von Flensburg bis Lindau, von Saarbrücken bis Frankfurt/Oder die gleichen Probleme. Gerade deswegen sollten sie auch bundesweit zusammenstehen. Nach den drei Jahren habe sowohl der Slogan „Es lebe der Friedhof“ als auch die Motive einen wertvollen Wiedererkennungseffekt in der Öffentlichkeit erzielt, der nun in der neuen Kampagne für Dauergrabpflege genutzt wird. In Produktwerbung kennen sich Friedhofsgärtner aus, denn sie habe die Dauergrabpflege stark gemacht, hier will NRW anknüpfen. Für die etwa 2.000 Friedhofsgärtnereien im Land werde zunächst für drei Jahre die Kampagne geführt.

Die letzte Anzeigenschaltung der alten Kampagne war im März 2012, nach den Sommerferien schloss dann nahtlos die NRW-Kampagne an. Entsprechende Textbausteine und auch das Logo der Dauergrabpflege wurden hinzugefügt. Martin Walser, Geschäftsführer der rheinischen Friedhofsgärtner, berichtete über die Aktivitäten. Inzwischen ist die Internetseite www.es-lebe-der-friedhof-nrw.de erstellt. Sie verweist auf die Leistungen und die Einrichtungen für Dauergrabpflege und die Kontakte zu den Treuhandstellen und Genossenschaften. Außerdem ist eine Gärtnersuche möglich.

Bereits im Herbst wurden Anzeigen in Lokalzeitschriften und bei Lesezirkeln geschaltet, Radiospots liefen, es gibt Plakate für CC-Karren, Regenschirme, Werbetaschen und Umhängetaschen. Beliebte Motive aus der bundesweiten Kampagne sind die Malerin und das Punk-Mädchen, wegen der Farbigkeit, so Walser. Wert lege man vor allem auf Fotos, Motive und Emotionen betonte er, weniger auf die wörtlichen Erklärungen.

Neu an der Kampagne ist nicht nur der beworbene Bereich mit der Dauergrabpflege, sondern die damit verbundene Absicht, dass sich die Betriebe auch regional in den Werbemaßnahmen wiederfinden. Werbematerial, das in den Betrieben noch vorhanden ist, inklusive der acht bisherigen Motive, ist weiterhin verwendbar. Nöll zeigte sich überzeugt, dass dieser Weg im bevölkerungsreichsten Bundesland notwendiger ist und erfolgreicher sein wird.

Feingefühl im Umgang mit den Kunden, annehmbare Lösungen anbieten, auch bei Vertragsabschlüssen mehr Zeit für Beratung und Information aufbringen – der Friedhofsgärtner sei vielfach gefordert, sagte Nöll. Der Kunde will ernst genommen werden und fordert etwas. Wenn er nicht eine angemessene Wahrnehmung in der Friedhofsgärtnerei verspürt, helfe auch das beste Marketingkonzept nichts.

Die Friedhofsgärtner wollen mit der Landwirtschaftskammer NRW eine neue Fortbildungsverordnung „Geprüfter Kundenberater Friedhofsservice“ umsetzen. Sie enthält die drei Module:

  • Rahmenpflege und Friedhofsunterhaltung,
  • Friedhofsorganisation,
  • Kundenberatung.

Diese Module können je nach Interessenslage und Ausrichtung des Betriebes einzeln belegt werden. Wer alle drei belegt, kann am Ende des dritten Moduls eine Abschlussprüfung zum „Geprüften Kundenberater Friedhofsservice“ absolvieren. Zwei Module werden künftig im Bildungszentrum Gartenbau Essen und ein Modul in Grünberg angeboten. (fri)