Grüne Branche

Friedhofspreis an Weinheim

Der Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur in Baden hat zum dritten Mal seinen Innovationspreis Friedhofskultur verliehen. Nach Karlsruhe (2010) und Mannheim (2012) ging die mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotierte Auszeichnung im Jahr 2013 an Weinheim.

Der unter anderem von den badischen Friedhofsgärtnern vor einigen Jahren initiierte Verein würdigt mit dem betreffenden Preis jeweils „innovatives und nachhaltiges Engagement von kommunalen Friedhofsträgern in Baden“. Ausgewählt werden Kommunen, die mit ihren Aktivitäten maßgeblich zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Friedhofs- und Bestattungskultur beitragen. Das Preisgeld soll „für die Umsetzung weiterer erfolgreicher Friedhofsprojekte anspornen.“

Die Stadt Weinheim mit etwas mehr als 43.000 Einwohnern liegt an der Bergstraße, rund 20 Kilometer nördlich von Heidelberg. In Weinheim gibt es den Hauptfriedhof plus fünf Ortsteilfriedhöfe. Die gesamte Friedhofsfläche beträgt hier 12,4 Hektar. Insgesamt sind etwa 16.000 Grabstätten vorhanden. Auf dem Hauptfriedhof finden jährlich etwa 320 Bestattungen statt, auf den fünf Ortsteilfriedhöfen ungefähr 120 Bestattungen.

Aus friedhofsgärtnerischer Sicht zählt zu den Besonderheiten, dass auf allen sechs Friedhöfen gärtnerisch gepflegte Gemeinschaftsgrabfelder eingerichtet sind. Solche Anlagen entstehen jeweils durch die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner in Kooperation mit der zuständigen Friedhofsverwaltung sowie mit örtlichen Friedhofsgärtnern, wobei am Weinheimer Hauptfriedhof die Friedhofsgärtnerei Pressler besonders engagiert ist. In diesen Anlagen werden unterschiedliche Grabarten inklusive der langfristigen Grabpflege angeboten. Die Angehörigen müssen sich demzufolge nicht um die Pflege des Grabes kümmern.

In keinem anderen Bundesland oder Teil eines Bundeslandes gibt es eine solch große Anzahl und Dichte an gärtnergepflegten Grabfeldern wie in Baden. Diese Anlagen gelten als Alternative zu anonymen Gräbern oder Bestattungsarten abseits der üblichen Friedhöfe.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Dr. h. c. Karl A. Lamers überreichte den Preis im Auftrag des Vereins zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur an Oberbürgermeister Heiner Bernhard (SPD). (eh)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 32/2013.