Grüne Branche

Friedhofsstudien geben zu denken

Umfragen, TEDs und Studien sind mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil, um zukünftige Entwicklungen auf dem Friedhof vorherzusagen. Mit besonderem Interesse bin ich dabei in der Juni Ausgabe der Friedhofskultur auf zwei Studien gestoßen, die mir etwas zu denken gegeben haben. 

Nur sechs Prozent wünschen namenlose Bestattung

Auf Seite 6 wird die Studie zum Trauerverhalten der Deutschen vorgestellt, die in Kurzform zu dem Ergebnis kommt: „Jeder dritte Deutsche trauert“. Entgegen der langläufigen Meinung, die Zahl der anonymen Bestattungen würde zunehmen, kommt die Studie des Meinungsforschungsinstitutes Forsa zu dem Ergebnis, dass lediglich sechs Prozent der Befragten eine namenlose Bestattung wünschen.

Auftraggeber dieser Studie war der hessische Friedhofsbetreiber FriedWald. Nun sollte man diese Initiative eines Anbieters von Waldbestattungen zunächst einmal unvoreingenommen zur Kenntnis nehmen, denn dies zeigt im Prinzip auch für die Mehrheit der traditionellen Friedhöfe eine durchaus positive Entwicklung.

Besonders interessant halte ich die Aussage „Mehr als die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen wollen selbst an einem Ort bestattet sein, an dem Angehörige sie besuchen können“. Dafür bieten Friedhöfe die besten Voraussetzungen aufgrund ihrer zentralen Lage oder der entsprechenden Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Ob dies bei Waldfriedhöfen gegeben ist, sollte sich der geneigte Leser einmal kurz fragen. Daher ist die Schlussfolgerung der Studie „Jeder vierte Deutsche wünsche sich eine Beisetzung im Wald oder eine Seebestattung“ extrem ungewöhnlich, da die zuvor erhobene Forderung aufgrund der Lage der Waldfriedhöfe selten bis nie erfüllt wird. Mehr dazu in der September-Ausgabe der Friedhofskultur auf Seite 19.

 

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