Grüne Branche

Frischeterminal als Entscheidungshilfe am POS

Entscheidungshilfe-Systeme spielen eine zunehmende Rolle in gartenbaulichen Wertschöpfungsketten. Bisher werden sie jedoch überwiegend zur Risikoabschätzung eingesetzt. Wie Umfragen der Humboldt-Universität Berlin zeigen, erwartet der Verbraucher beim Einkauf von Obst und Gemüse jedoch mehr Informationen, insbesondere über Regionalität, Erzeugung und Frische der Ware.

Der Kunde kann Daten zur Ware am POS sehr unkompliziert abrufen, etwa mittels QR- oder Strichcode. Foto: ATB

Mithilfe des Frischeterminals sollen dem Verbraucher am Verkaufsort (POS) Angaben zum Produkt (Art, Herkunft, Regionalität), zum aktuellen Produktzustand, zum optimalen Produkthandling und Zusatzinformationen – beispielsweise Rezepte – bereitgestellt werden.

Der Terminal soll damit als Bindeglied zwischen Handel und Endverbraucher und dem Prozess der Erzeugung und Distribution fungieren. Das soll auch Abfälle und Qualitätsverluste bei Obst und Gemüse reduzieren.

Gemeinsam mit einem Industriepartner entwickelt das Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam in einem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekt ein innovatives Informationssystem, auf dessen Basis alle produktrelevanten Informationen zur Herkunft und zum aktuellen Frischezustand – Erzeuger, Sorte, Anbaumethoden, Erntetermin – zusammengetragen und bereitgestellt werden können.

Das Erstellen eines zuverlässigen Haltbarkeitsmodells verlangt das Erfassen oder das Schätzen von Klimadaten von der Ernte bis zum POS. Entsprechende Produktdaten müssen ebenfalls in das Modell eingepflegt werden. Auf der Basis dieser Daten lässt sich dann produktspezifisch die Haltbarkeit (MHD) der Produkte modellieren beziehungsweise vorhersagen. Alle erfassten Informationen sollen letztlich über ein berührungsempfindliches Bedienterminal am Verkaufsort, aber auch über Mobiltelefon mittels QR- oder Strichcode sowie im Internet vom Kunden abrufbar sein.

Für die Zeit nach dem Kauf sollen die Kunden weitere wichtige Informationen mit auf den Weg bekommen. Dies sind beispielsweise Angaben zum optimalen Produkthandling zu Hause – von der optimalen Form der Aufbewahrung (Kühlschrank oder nicht, offen oder in Folie verpackt, Ethylenempfindlichkeit) bis zur Zubereitung oder dem Verzehr, damit Obst und Gemüse möglichst lange frisch und gesund bleiben. (ts)