Grüne Branche

Fünf Standorte laden mit Gehölzen und Stauden

BUGA 2015 Havelregion
Am 18. April öffnete die Bundesgartenschau für 177 Tage ihre Tore. Das Besondere an der Bundesgartenschau 2015: Fünf Standorte zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg fügen sich zu einem großen Ganzen: Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Ortsteil Stölln und die Hansestadt Havelberg.

Die prächtigen Dome in Brandenburg an der Havel und der Hansestadt Havelberg bilden die symbolische Klammer für diese BUGA, die sich über 80 Kilometer entlang der Havel erstreckt. Vieles von dem, was zur Gartenschau gepflanzt wird, soll später als städtische Schmuckfläche erhalten bleiben.


Vom 18. April bis zum 11. Oktober sind an der Havel ausgefallene Baumschulbeiträge und trendige Beetanlagen mit Kleingehölzen zu sehen. Es werden aber ebenso neuartige Pflanzungen in Hanglage oder auf Schattenplätzen geboten und mit Neuzüchtungen die Vielfalt der Sortimente gezeigt. Alte Parkteile wurden restauriert, bestehende Pflanzungen überplant und aufgewertet. Zum Thema Gehölz-und Staudenverwendung haben insbesondere folgende Beiträge Interessantes zu bieten.

Brandenburg: Rosenrad auf Wasserbehälter
In Brandenburg an der Havel mit 16, 5 Hektar Fläche zählen das Rosenrad auf dem Marienberg, besondere Baum- und Staudenpflanzungen am terrassierten Nordaufgang und 33 Themengärten auf dem Packhof zu den Besonderheiten. Das Konzept für die große Rosenschmuckfläche auf einem ehemaligen Wasserbehälter stammt vom Landschaftsarchitekturbüro Dane (Weimar). Die Planer haben die kreisrunde Form des Wasserbehälters als Gestaltungselement übernommen, das Zentrum zeigt eine stilisierte Rosenblüte. Auf Rasenwegen kann der Besucher durch sie hindurch gehen und den Duft einfangen.

Heidegarten mit ungewöhnlichen Partnern
Vom Rosenrad gelangt man über einen der barrierefreien Hauptwege oder eine Treppe zum benachbarten Heidegarten, in dem ein Märchen über Zwerge und Feen die Gestaltungsgrundlage ist. Diese Anlage dient als Ruhepunkt für die Besucher: Bänke auf der Terrasse und dem zentralen bekiesten und mit Kräutern umpflanzten Sitzplatz laden zum Innehalten ein.

Die asymmetrisch umrissenen Pflanzflächen sind mit Calluna- und Erica-Sorten bepflanzt und bilden den gestalterischen und farblichen Hauptaspekt des Gartens. Zu ihnen gesellen sich Stauden, Zwiebeln und Gräser, um eine Vielfalt zu erzeugen, die über die Saison wechselnde Aspekte zeigt. Traditionelle Heidebilder werden in ihre Elemente zerlegt und neu geordnet. Modern und frisch!

Nachwachsende Rohstoffe und mehr in Premnitz
Üppige Baum- und Blumenwelten liegen in Premnitz direkt am Wasser. Sie sind ebenso wie der Grünzug und die Uferpromenade dorthin von der Pflanzplanerin Hanne Roth aus Ingolstadt angelegt worden. Der neue Grünzug zeigt neben Schattenstauden und Gräsern Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe: Je 600 Pappeln, Robinien und Weiden säumen ihn, ebenso wie die im weitesten Sinne dazu gehörenden 2000 Pflanzen der „Essbaren Blüten und Kräuter“.

Baumschulbeiträge zeigen Sortenvielfalt
In Premnitz befinden sich auch die Baumschulbeiträge. Hier wird Sortenvielfalt einzelner, in Deutschland sehr beliebter Hausbäume gezeigt: Fünf bis acht verschiedene Sorten von Birke, Eiche, Kirsche, Malus und Acer überraschen den Besucher. Es sind zum Teil besonders alte, solitär gewachsene und schöne Gehölze zu sehen.

Entlang des Waldsaums haben Gehölzrandstauden in Gelb-und Cremetönen den Vorrang, immer wieder ergänzt mit zarten Rosé- und Blautönen: Anemonen, Hosta, Epimedium, Euphorbia- und Heuchera-Sorten, unter anderem begleitet von einer Reihe Gräser, ergeben in Kombination mit Zwiebelpflanzen ein ganzjährig attraktives Erscheinungsbild.

Rathenow – oder wie überarbeite ich einen Park?
Rathenow liegt in der Mitte der Gesamtkulisse der BUGA 2015 und ist zugleich das Zentrum des Naturparks Westhavelland. Unter vielen gestalterischen Highlights sind der Weinbergpark, das Rhododendron-Tal, die Dahlien-Arena und der Senkgarten hervorzuheben.

Mit letzterem kann der Besucher ein heckengesäumtes Staudenparterre mitten im bewaldeten Landschaftspark erleben. Es ist 900 Quadratmeter groß und über eine Abtreppung unterhalb des Bismarckturms zu erreichen. Bereits 2006 zur dritten Landesgartenschau des Landes Brandenburg angelegt, wurde es zur diesjährigen BUGA von der Landschafts- und Freiraumplanerin Ingrid Gock komplett umgestaltet.

Rhinow: Im Fliegerpark gibt’s wilde Rosen
Offene Landschaftszüge prägen das Ländchen Rhinow. Hier steht der Fliegerpark in Stölln im Mittelpunkt der BUGA – mit Wildrosen, einem Naturerlebnispfad und einer Landschaftsbühne. Natürlich ist auch das Lilienthalzentrum mit einbezogen. Die Wildrosen-Pflanzung war eine große Herausforderung für die Planer Christiane Haberkorn und Christian Meyer, da viele Wildrosen nur einmal blühen, den Besuchern jedoch über die gesamte Ausstellungszeit Blühpflanzen gezeigt werden sollen.

Havelberger Dombezirk mit aufgewertetem Grün
In der Hanse- und Domstadt Havelberg ist der Dombezirk mit seinen Kletter- und Pfingstrosen, dem Dechaneigarten und dem Prälatenweg sowie der Ausstellung „Grabgestaltung und Denkmal“ einen Besuch wert. Hier gibt es Wege, die von Hecken aus unterschiedlichen Wildobstarten begleitet werden. Auch im Dechaneigarten wird es eine Kombination von Stauden, Kräutern und Wechselflor geben.

An jedem Standort kann sich der Fachbesucher auf Inspirationen für den städtischen oder privaten Freiraum freuen. Ein Blick auf den Umfang der Frühjahrspflanzungen auf der BUGA in diesem Jahr: 60.000 Stauden, 5.000 Gehölze: 1 Millionen Zwiebeln, 200.000 Pflanzen für den Frühjahrs- und 150.000 für den Sommerflor.
Sibylle Eßer

Lesen Sie die ausführliche Beschreibung in Ausgabe 05/2015 Deutsche Baumschule.