Grüne Branche

Fußball gegen „Stubenhockerthum“ – der Braunschweiger Oberlehrer Konrad Koch

Deutschland ist Fußball begeistert. Ob im Stadion, auf dem Platz oder einem Stück Wiese – wo ein Ball rollt, wird gekickt. Seit wann wird in Deutschland nach Regeln Fußball gespielt und wer war der „Erfinder“? Die Antwort: der Oberlehrer Konrad Koch.

Koch starb am 13. April 1911 in Braunschweig. Ein Stadion ist nach ihm benannt. Foto: Borowski.

Der Mann, „der den Deutschen den Fußball brachte“, wurde 1846 in Braunschweig in eine bürgerliche Familie geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie und Philologie in Göttingen und promovierte 1868 mit einer Schrift über die Sprache Homers. Seine erworbene umfangsreiche Bildung konnte er dann am Martino-Katharineum in Braunschweig an seine Schüler in den Fächern Deutsch und Alte Sprachen weitergeben. Wie ältere Quellen belegen, soll er ein hervorragender Pädagoge gewesen sein. Um 1900 lobte ein Schüler „Wir wurden in der Oberprima nicht angebrüllt.“

Sportspiele statt Sauftouren

Schon früh erkannte Koch, dass sportliche Aktivität im Freien für die geistige und körperliche Entwicklung der Schüler sehr wichtig sei. Er führte Schulspiele ein und fand für diese Aktivitäten auch bei seinen Lehrerkollegen Unterstützung. Er glaubte, ein Mittel gegen das „Stubenhockerthum“ und die Kneipentouren der Oberschüler zu finden.

Aus England kamen Berichte über Mannschaftsspiele auf dem Rasen. Ein Ball, es soll zunächst ein Rugbyball gewesen sein, wurde besorgt und seine Schüler trugen im Herbst 1874 auf dem „Kleinen Exerzierplatz“ in Braunschweig das erste Spiel aus. Dieses Ereignis gilt heute als Geburtstunde des Fußballs.
Lesen Sie mehr dazu in der März-Ausgabe der Friedhofskultur auf Seite 29.