Grüne Branche

Gärten für Senioren

Spielplätze für Jung und Alt liegen derzeit voll im Trend. Im immer älter werdenden Deutschland gewinnt der Seniorenmarkt zunehmend an Bedeutung. Das war für die Messe Nürnberg Anlass, zum einen die Sonderschau "Generationsübergreifende Spielplätze" auf der GaLaBau zu zeigen und das Thema in einer Fachtagung aufzugreifen.

Um den Stellenwert des Gartens bei den Senioren deutlich zu machen, fragte Andreas Niepel, Gärtner, Gartentherapeut und Buchautor, ins Auditorium: "Welche der folgenden Beschäftigungen kennen Sie von Ihrer Oma und Ihrem Opa?" Bei Töpfern und Seidenmalerei gingen wenige Arme hoch, Peddigrohr fiel völlig durch, die Frage nach dem Garten dagegen erzeugte eindeutig die größte Resonanz.

"Peddigrohr-Flechten gehört aber zum Standardprogramm eines jeden Ergotherapeuten", bemängelte Niepel, dass sich immer noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt hat, die zu Betreuenden dort abzuholen, wo sie stehen und ihre Wurzeln haben. Für ihn bedarf es keiner aufwändigen Spielgeräte. Der Garten ist für ihn eine riesige Werkzeugkiste, aus der er als Therapeut schöpfe und das jeweils geeignete Werkzeug finde.

Er sieht angesichts der demographischen Entwicklung einen Riesenbedarf an Einrichtungen für Senioren und damit auch der personellen Betreuung. Von Haus aus selbst Gärtner ist Niepel überzeugt, dass hier ein Potenzial auch für den Garten- und Landschaftsbau schlummert. "Bilden Sie eine Person in Ihrem Betrieb zum Gartentherapeuten aus und schon haben Sie nicht nur die Kompetenz einen Garten für Senioreneinrichtungen zu erstellen, sondern auch die Möglichkeit, dort gartentherapeutische Angebote zu machen." In Nordrhein-Westfalen beispielsweise würden solche Therapiegärten gefördert. Es müsse aber gleichzeitig der Nachweis von der Einrichtung erbracht werden, dass dort auch gartentherapeutische Arbeit geleistet wird. Warum wollen Sie diese Dienstleistung nicht gleich mit anbieten und sich auf diesem Wege einen Spezialisierungsvorteil gegenüber Ihrem Mitbewerber verschaffen?" Seit 2007 sei "Gartentherapie" in den Katalog der Rententräger-Leistungen aufgenommen und damit, anders als beispielsweise Akupunktur, abrechenbar.

Außerdem sei die ganze Altenhilfe im Umbruch begriffen. Vorbei die Zeiten der langen Flure mit den davon abgehenden Zimmern. Stattdessen gehe die Entwicklung hin zu Wohngemeinschaften und neuen Wohnformen, wie "wir gemeinsam leben können". Dies schlage sich dann auch architektonisch nieder - beispielsweise durch die Angliederung eines Gartens an eine solche Wohneinrichtung. Ausführlliches lesen Sie in der TASPO 40/08.