Gärtnerbörse: Azerca – neue Wege in der Moosbekämpfung

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In der September-Ausgabe der Gärtnerbörse dreht sich alles um Azerca-Kulturen. Foto: Jan Kosmowski/Pixabay

Azerca-Kulturen stehen in Gärtnerbörse 9/2020 im Fokus. Thema sind unter anderem Moose, die in Vermehrungsplatten von Ericaceen die Substratoberfläche stellenweise oder auch stark besiedeln und somit ein häufiges Ärgernis darstellen. Oft handelt es sich um Brunnenlebermoos, es treten aber auch Laubmoose auf.

Versuche zu Alternativen bei der Moosbekämpfung

Schädigend wirkt sich aus, dass die Moose in Nahrungs- und Lichtkonkurrenz zu den Jungpflanzen treten und der Bestand heterogen wird. Zudem fördern Moose die Feuchtigkeit im Bestand und damit das Auftreten von Schadpilzen an Stängelgrund und Wurzelhals. Auch Trauermücken siedeln sich bevorzugt an. Hinzu kommt der optisch schlechte Eindruck, der bei Jungpflanzenplatten zu Reklamationen führen kann. Eine möglichst frühzeitige Moosbekämpfung ist daher sinnvoll. Sie erfolgte bisher meist mit den quinoclaminhaltigen Präparaten Mogeton oder Mogeton Top. Deren Anwendung ist jedoch seit dem 30. Juni 2020 mit Ablauf der Aufbrauchfrist verboten. Daher laufen an Einrichtungen wie der LVG Bad Zwischenahn Versuche zu Alternativen bei der Moosbekämpfung. Ergebnisse stellt ein Beitrag in der Gärtnerbörse vor (Seite 36).

Drei Azerca-Betriebe mit Tradition

Eine Besonderheit verbindet die drei Azerca-Betriebe, die wir in der neuen Gärtnerbörse-Ausgabe vorstellen: Alle wurden bereits im 19. Jahrhundert gegründet. Während die Gärtnerei Erich Herrmann und Nachfolger, die heute von Henrik Lehmann geführt wird (Seite 9), als Privatbetrieb in der DDR verblieb, verließen die Familien Wolf (Seite 10) und Wolter (Seite 15) den Osten und gründeten in den 1950er- und 1960er-Jahren in Hessen neue Gärtnereien. Das aktuelle Kulturprogramm der drei Betriebe geht über Callunen hinaus: Lehmann produziert weitere Azerca-Kulturen sowie Beet- und Balkonpflanzen, Familie Wolf bietet auch Erica gracilis und ein größeres Sortiment an Strukturpflanzen an, letzteres unter der Marke „Green Moments“. Dazu kommen Dienstleistungen sowie ein Panelsystem zur Wandbegrünung. Die Geschwister Ute Gorges und Jörg Wolter sind mit einem relativ breiten Programm am Markt – es umfasst Frühjahrsblüher, Beet- und Balkonpflanzen sowie Callunen und verschiedene andere Herbstkulturen.

In Azerca-Betrieben sind mit Folie und/oder Gewebe abgedeckte Freiland-Kulturflächen ein gewohntes Bild. Aus Umweltgründen geraten solche Flächen immer wieder einmal in die Diskussion. Ein Plädoyer für Containerkulturflächen hält unser Autor ab Seite 48. Er nennt ihre Vorteile, stellt ihre Umweltfreundlichkeit dar und belegt, dass es sich bei dieser Produktionsweise um ordnungsgemäße gartenbauliche Bodennutzung handelt.

Weitere Themen in der neuen Gärtnerbörse-Ausgabe

Aus einer Corona-Sondererhebung, die Ende April stattfand, kann die AMI erste Marktdaten zur Saison 2020 liefern (Seite 26). Gemüsepflanzen und Topfkräuter sowie Beet- und Balkonpflanzen sind nach Einschätzung der Betriebe, die an der Befragung der AMI teilnahmen, Gewinner der Corona-Krise, während Schnittblumen im Frühjahr stark verloren haben. Sie konnten sich aber bis Mai erholen, was die Verbraucherausgaben betrifft.

Das Projekt „HessenStern“ befasst sich mit der verbesserten Haltbarkeit von Poinsettien. Neben einem Anbauversuch im Betrieb Kasten mit verminderter Lichtintensität (Seite 56) gab es einen Vermarktungstest mit einer Endverbraucherbefragung (Seite 29). Der Zusammenhang zwischen Schwachlicht und Haltbarkeit stand auch bei einem Kulturversuch in Dresden-Pillnitz im Fokus (Seite 52).

Außerdem lesen Sie in der neuen Gärtnerbörse-Ausgabe unter anderem diese Themen:

  • Abbruch der Ausbildung: Ursachen und Prävention
  • Callunen torfreduziert anbauen
  • Schäden durch das Herbizid Simplex im Substrat
  • Thripsschäden am ersten Flor von Freiland-Schnittrosen
  • Technik: digitale Lösungen unter Glas
  • Gartenbau-Versicherung: Bilanz 2019

Dies und mehr finden Sie in der am 12. September erscheinenden Gärtnerbörse 9/2020. Einzelhefte, Abos und E-Paper erhalten Sie in unserem Online-Shop.