Gärtnermeister im Zoo: „Viele würden gerne einmal tauschen“

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Josef Arndt schätzt die große Abwechslung an seiner Arbeit im Zoo Dresden. Foto: GMH

Josef Arndt ist gelernter Gärtner und hat sich nach seiner Ausbildung zum Techniker für Garten- und Landschaftsbau weitergebildet. Sein Fachwissen setzt er seit fünf Jahren im Zoo Dresden ein, wo er als Chef der Zoogärtner nicht nur viele Aufgaben im Bereich Mitarbeiterorganisation und Planung übernimmt, sondern auch selbst ins Löwengehege steigt. Das Grüne Medienhaus hat den Gärtnermeister bei der Arbeit beobachtet.

Überall im Zoo muss es sauber und ordentlich aussehen

Der Arbeitstag von Josef Arndt im Dresdner Zoo beginnt morgens um 6:15 Uhr – dann, so berichtet das Grüne Medienhaus, bleibe noch genug Zeit für lärmintensive Arbeiten oder größere Transporte auf dem Gelände, bevor sich der Zoo mit Besuchern füllt. Zu den Aufgaben der Zoogärtner gehört demnach unter anderem, die Beete und Rasenflächen zu pflegen, Hecken und Bäume zu schneiden und sich um die Grünschnitt- und Abfallbeseitigung zu kümmern. Auch kleinere Baumaßnahmen, wie das Pflastern eines Wegs oder das Bauen einer Mauer, fallen darunter. Außerdem halten Arndt und seine Kollegen im Winter die Wege frei von Schnee und Eis. „Unser wichtigstes Ziel ist es, dass sich unsere Besucherinnen und Besucher wohlfühlen. Dazu müssen die Grünflächen des Zoogeländes ordentlich aussehen und es muss überall sauber sein“, berichtet der Gärtnermeister.

Zoogärtner kümmern sich um Grünfutterbeschaffung und Gehege-Bepflanzung

Ebenfalls auf der Agenda der Dresdner Zoogärtner steht dem Grünen Medienhaus zufolge die Grünfutterbeschaffung für die Tiere. Damit Giraffen, Zebras und Co. satt werden, fahren Arndt und seine Kollegen im Sommer täglich zu Wiesenflächen in der Umgebung und ernten dort frisches Gras. „Außerdem sind wir in Absprache mit dem Förster regelmäßig in einem lokalen Waldgebiet unterwegs, wo wir frisches Holz und Laubbündel sammeln“, erzählt der Gärtnermeister. Ab und zu sei auch ein ganzer Baum für die Elefanten dabei.

Auch, wenn es um die Bepflanzung neuer Tiergehege geht, ist Arndts Fachwissen laut Grünem Medienhaus gefragt. „Dann schaue ich mir genau an, aus welcher Region die Tiere stammen und welche Pflanzen dazu passen. Dabei suche ich oft nach Alternativen, die den Pflanzen aus der Heimat der Tiere ähnlichsehen, aber in unseren Klimaverhältnissen besser gedeihen.“ Dabei profitiert der 32-Jährige davon, dass die im Zoo Dresden arbeitenden Gärtner aus verschiedenen Fachrichtungen, etwa aus der Baumschule, dem Obst- oder dem GaLaBau, kommen. „Meine Kollegin, die Zierpflanzengärtnerin ist, kennt sich beispielsweise bestens mit der Innenraumbegrünung unserer Tropenhäuser aus“, sagt Arndt.

Immer noch „ein komisches Gefühl“ im Löwengehege

Die Arbeit innerhalb der Tiergehege übernehmen dann größtenteils die Tierpfleger des Zoos – aber wenn beispielsweise ein großer Baum geschnitten werden muss, steigt Arndt dem Grünen Medienhaus zufolge auch selbst ins Löwengehege. „Das ist immer noch ein komisches Gefühl, auch wenn mich von den Löwen ein Stahlschiebetor trennt“, so der Gärtnermeister, der an seinem Arbeitsplatz vor allem die Abwechslung schätzt. „Wenn ich im Bekanntenkreis von meinem Arbeitsalltag erzähle, würden viele gerne einmal tauschen“, sagt Arndt. Kinder würden den Beruf natürlich ohnehin hochspannend finden. „Die bleiben auch gerne mal stehen, um uns bei unserer Arbeit zuzusehen.“

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