GaLaBau engagiert sich bei Integration von Geflüchteten

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Marthins Regbenyen (links), der bei den Gartenzwergen seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner erfolgreich absolvierte, zusam-men mit Mario Nast, Inhaber der Firma Die Gartenzwerge. Foto: Die Gartenzwerge

In einigen Regionen der Erde herrschen Bürgerkrieg und politische Krisen. Das führt dazu, dass Menschen ihre Heimatregionen verlassen und beispielsweise nach Deutschland flüchten. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL) engagiert sich seit 2016 am bundesweiten Willkommenslotsenprogramm zur Integration von Geflüchteten und zieht nach fünf Jahren eine erste Zwischenbilanz.

Willkommenslotsenprogramm der Regierung

Um den Geflüchteten ein Leben in Deutschland zu erleichtern und sie bei ihrer Integration zu unterstützen, rief das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2016 das Willkommenslotsenprogramm ins Leben. Beim VGL Bayern war schnell klar, dass man sich hier beteiligen möchte. Zunächst berief man Theresia Hirschbeck zur Willkommenslotsin des Verbandes, die bis Dezember 2019 die Funktion bekleidete. Seit 2017 ist Susann Liebe ebenfalls als Willkommenslotsin für den VGL Bayern im Einsatz. Da man keinerlei Erfahrungswerte hatte, galt es zunächst, einige Hürden zu meistern. Dazu gehörten zum Beispiel Geflüchtete für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern, oder Betriebe bei der Beschäftigung von Geflüchteten zu unterstützen. Es wurden gezielt Konzepte für die Nachwuchswerbung entwickelt und Netzwerke zu Behörden, Berufsschulen und Betrieben geknüpft.

Viele Herausforderungen bei der Beschäftigung

Eine Umfrage unter GaLaBau-Betrieben in Bayern sollte schließlich deutlich machen, worauf die Unternehmen bei der Beschäftigung Geflüchteter Wert legen. Dazu zählten vor allem gute Sprachkenntnisse, branchenrelevante Berufserfahrung, einen in Deutschland gültigen Führerschein, Pünktlichkeit, Wetterfestigkeit und eine Perspektive auf eine langfristige Beschäftigung der Anwärter. In der Realität befanden sich unter den Geflüchteten kaum Personen mit diesen Eigenschaften, allerdings brachten die allermeisten einen hohen Grad an Motivation mit. Der unbedingte Wille, gemeinsam etwas zu erreichen und weiterzukommen, gab es sowohl auf Seiten der Geflüchteten, als auch auf Arbeitgeberseite. Doch es gab noch weitere Herausforderungen, auf die man traf, angefangen bei fehlenden Arbeitserlaubnissen, der Frage nach dem Erwerb eines Führerscheins bis hin zu schwierigen Lernbedingungen für Auszubildende. Der Unterstützungsbedarf der Firmen stellte sich als gewaltig heraus.

Gelungene Integration bei Die Gartenzwerge

Allen Herausforderungen zum Trotz wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 250 Praktikumsplätze für Geflüchtete in einem bayerischen GaLaBau-Betrieb vermittelt. Davon wurden über 150 im Anschluss in ein Ausbildungsverhältnis, oder als Hilfskraft übernommen. Einer von ihnen ist Marthins Regbenyen aus Nigeria, der bei den Gartenzwergen aus Unterbrunn seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner mittlerweile erfolgreich beendet hat. „Die Verantwortung für einen Geflüchteten zu erkennen, sich dieser bewusst zu werden und daraus zu handeln ist wichtig. Die Zusammenarbeit mit Willkommenslotsin Susann Liebe und der Berufsschule war dabei unerlässlich“, erklärt Mario Nast, Inhaber des Ausbildungsbetriebs Die Gartenzwerge. „Auch wenn die Vermittlung von Geflüchteten zahlenmäßig etwas zurückgeht, ist die Nachfrage nach Arbeitsplätzen, vorwiegend von unseren langjährigen Netzwerkpartnern, nach wie vor groß. Der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im GaLaBau ist ebenfalls hoch“, führt Liebe weiter aus.

Pilotprojekt startet

Das Willkommenslotsenprogramm wurde seit dem Start auch stetig weiterentwickelt und sieht seit 2020 auch vor, in die Nachhaltigkeit von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu investieren. In diesem Zusammenhang wird in den kommenden Wochen ein Pilotprojekt starten. Hierbei wird GaLaBau-Azubis, die über geringe Deutschkenntnisse verfügen, ein eigens entwickelter Online-Berufssprachkurs angeboten. Darin wird besonders auf den Umgang mit Prüfungsfragen und schwierigen Fachtexten vorbereitet. „Die Berufsschulen begrüßen dieses Angebot sehr und werden inhaltlich mit dem Kursträger zusammenarbeiten“, so Liebe.