Grüne Branche

GaLaBau: erfolgreich wie niemals zuvor

Die zwanzigste Jubiläumsausgabe der GaLaBau schlug alle bisherigen Rekordmarken: 1.156 Aussteller (vor zwei Jahren: 1.078) aus 32 Ländern zeigten den 61.000 Besuchern (2010: 60.127) aus Fachbetrieben des Grün- und Freiflächenbaus, Fachbehörden und öffentlichen Einrichtungen sowie Architektur- und Planungsbüros ihr Angebot. 

Die Branche boomt: Mit landschaftsgärtnerischen Leistungen erwirtschaftete der GaLaBau 2011 5,6 Milliarden Euro und damit fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2010. In diesem Jahr ist die Nachfrage ungebrochen, freute sich der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), August Forster, in seiner Eröffnungsrede: „Unsere Betriebe sind voll ausgelastet und versuchen schon – wenn irgendwie möglich – Aufträge ins Jahr 2013 zu schieben.“ Sollte das Wetter in den verbleibenden vier Monaten weiter mitspielen, rechnet Forster mit einem Umsatzzuwachs in diesem Jahr von mehr als fünf Prozent.

Allein 55 Prozent dieses Umsatzes erwirtschaftet der Privatgartenbereich. Noch fühle sich der Verbraucher nicht von der unsicheren Gesamtwirtschaftslage in und um Europa berührt und investiere angesichts niedriger Zinsen gerne auch in seinen Garten. Zuversichtlich blickt Forster auch auf den Markt des gewerblichen und industriellen Grüns. In der Wohnungswirtschaft werden die Ausgaben für Grün eher steigen als sinken, unterstreicht eine jüngst vom BGL in Auftrag gegebene Untersuchung zur Nachfrage der Wohnungswirtschaft nach landschaftsgärtnerischen Leistungen. Der Wettbewerb der Wohnungsunternehmen zwinge dazu, Wohnumfeld nutzbringend und ästhetisch zu gestalten. Im Übrigen setze die Wohnungswirtschaft wieder stärker auf lokale Auftragnehmer und verlasse den Trend der vergangenen Jahre hin zu immer größeren Pflegeeinheiten.

Nicht zufrieden zeigte sich der BGL-Präsident allerdings mit dem seit Jahren stagnierenden Umsatzanteil des Öffentlichen Grüns von unter 20 Prozent am Gesamtumsatz. Seiner Meinung nach muss die Politik endlich den Perspektivwechsel schaffen und Öffentliches Grün nicht primär als monetäre Belastung verstehen, sondern als Element zur Verbesserung der Lebensqualität und Wertsteigerung für Grundstücke und Immobilien. Immerhin habe der Deutsche Städtetag in seinem jüngsten Positionspapier viele der BGL-Forderungen zum städtischen Grün aufgenommen.

In diesem Zusammenhang wies Forster außerdem auf vor drei Wochen veröffentlichte Forschungsergebnisse des Karlsruher Instituts für Technologie hin. Danach empfehlen die Wissenschaftler, grüne Hecken an besonders belasteten Straßen zu pflanzen, weil diese die Belastung durch Luftschadstoffe bis zu 30 Prozent reduzierten. Solche Grünzüge ließen sich vergleichsweise einfach und kostengünstig anlegen, blickte Forster in die Zukunft. (ia)