GaLaBau in Baden-Württemberg blickt positiv in die Zukunft

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

9,68 Milliarden Euro Gesamtumsatz erwirtschaftete der Garten- und Landschaftsbau im vergangenen Jahr bundesweit, daran hatte die Branche in Baden-Württemberg einen Anteil von über 19 Prozent. Foto: BGL

Im Garten- und Landschaftsbau in Baden-Württemberg stehen die Zeichen nach wie vor auf Wachstum: 2021 wurde im „Ländle“ ein Umsatzplus von über vier Prozent erwirtschaftet. Trotz einiger Herausforderungen blicke die Branche weiter positiv in die Zukunft, informiert der GaLaBau-Landesverband.

Private Hausgärten bleiben Wachstumstreiber in Baden-Württemberg

Insgesamt 1,87 Milliarden Euro Umsatz wurden im vergangenen Jahr im Garten- und Landschaftsbau in Baden-Württemberg erzielt, was einem Plus von 90 Millionen Euro gegenüber dem 2020 entspricht, informiert der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg in seiner Jahresbilanz 2021. Damit sei das Bundesland mit über 19 Prozent am Gesamtumsatz der Branche beteiligt, auch hier habe der GaLaBau im „Ländle“ gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent zugelegt. Wachstumstreiber und das begehrteste „grüne“ Produkt bleiben dem VGL zufolge private Hausgärten mit einem Anteil von über 63 Prozent. Auf die Öffentliche Hand entfallen demnach erneut 16 Prozent Umsatz, während die Aufträge aus Industrie und Gewerbe mit 17 Prozent zu Buche schlagen.

Zahl der Mitglieder und Ausbildungsverhältnisse 2021 gestiegen

Auf ein neues Rekordniveau von 809 Betrieben ist laut dem VGL die Zahl der Mitglieder gestiegen – ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber 2020. Auch die Gesamtzahl der Ausbildungsverhältnisse in Baden-Württemberg entwickelte sich mit einem Zuwachs von zwei Prozent und aktuell 1.475 Ausbildungsverhältnissen (bundesweit 7.637) erneut positiv, wie der VGL mitteilt. „Die 600 neuen Ausbildungsverträge in 2021 sowie 29 neu anerkannten Ausbildungsbetriebe zeigen, wie wir mit eigenen Mitteln das Problem des Fachkräftemangels aktiv angehen“, so der Vorstandsvorsitzende des VGL Martin Joos.

„Mangel an verfügbaren Fachkräften hemmt unser Wachstum“

Ebenfalls um knapp 2,5 Prozent gestiegen sei die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer. Joos zufolge hätten es sogar noch mehr sein können, „aber der Mangel an verfügbaren Fachkräften hemmt unser Wachstum“. Deshalb habe der VGL Baden-Württemberg zusammen mit den GaLaBau-Landesverbänden in Bayern und Nordrhein-Westfalen eine eigene, vor allem über die Social-Media-Kanäle der Verbände verbreitete Werbekampagne zur Sicherung von Fachkräften ins Leben gerufen: „Wechsle über dich hinaus“ zeige auf, dass der Garten- und Landschaftsbau nicht nur einen krisensichern Job bietet, sondern auch eine sinnvolle Arbeit für Natur und Umwelt, wie der VGL dazu ausführt.

Branche muss mit weiteren Preissteigerungen rechnen

Als weitere große Herausforderungen der Branche benennt Joos „die teils erheblichen Verzögerungen bei Vorgewerken sowie die irrationalen Preissteigerungen bei Materialien, welche die Kalkulation von Aufträgen immer schwieriger und den Aufwand hierfür immer größer werden lassen“. Massiv verteuert haben sich gegenüber dem Vorjahr unter anderem Betonstahl und Bauholz, auch die Energiekosten seien extrem gestiegen. Ebenfalls erheblich teurer geworden seien nicht zuletzt Pflanzen, bei denen die Preissteigerung im vergangenen Jahr zwischen zehn und 15 Prozent gelegen habe. „Nachdem es in vielen Sortimenten wegen der sehr hohen Nachfrage in der Pandemie zum fast kompletten Ausverkauf kam, ist auch hier mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen“, befürchtet Joos.

Klimawandel als größte Herausforderung für die Zukunft

Als größte Herausforderung für die Zukunft benennt der VGL Baden-Württemberg jedoch den Klimawandel, weshalb auf dem Verbandskongress des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) 2021 ein entsprechender Antrag gestellt worden sei. „Wir wollen die Politik und auch die Öffentlichkeit überzeugen, dass die Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus mit ihren Dienstleistungen die Auswirkungen des Klimawandels effektiv abmildern können“, so Joos. Ziel der gesamten Branche sei dabei, dass die Arbeit der Fachbetriebe in den jeweiligen Klimaschutzprogrammen eine zentrale Rolle erhalte und vor allem bei der Vergabe von Fördermitteln und Aufträgen berücksichtigt werde.

Durch die zur Abmilderung der Klimawandelfolgen dringend notwendige Neugestaltung der Städte mit mehr Grün und Blau sowie dem positiven Wertewandel in der Gesellschaft, der von einer wachsenden Sehnsucht nach dem Urlaub zuhause in schönen Gärten begleitet sei, blicke die GaLaBau-Branche jedoch trotz aller Herausforderungen weiter positiv in die Zukunft, so der VGL.