Grüne Branche

GaLaBau: Nachwuchswerbung in luftiger Höhe

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Das Riesenrad gilt als Wahrzeichen des Hamburger Doms – jetzt war die Attraktion auf dem größten Volksfest des Nordens Schauplatz einer besonderen Nachwuchs-Werbeaktion: Beim sogenannten Future Talk konnten sich Schüler der neunten Klasse in dem 60 Meter hohen Fahrgeschäft über handwerkliche Ausbildungsberufe, etwa im Garten- und Landschaftsbau, informieren.

GaLaBau-Fachverband Hamburg beim Future Talk dabei

Über 1.200 Schüler aus der Hansestadt waren der Einladung der Handwerkskammer Hamburg auf den Hamburger Dom gefolgt, um in den insgesamt 42 Gondeln des Riesenrads verschiedene Berufsbilder kennenzulernen. Die Chance, sich in dieser ungewöhnlichen Kulisse potenziellen Nachwuchskräften vorzustellen, nutzten am vergangenen Donnerstag unter anderem der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg und sein Mitgliedsbetrieb Rüssmann GmbH.

„Für uns ist diese Aktion nahezu ideal, um junge Menschen an den Beruf des Landschaftsgärtners heranzuführen. Denn wir können das, was wir tun, aus dem Riesenrad sozusagen am lebenden Objekt zeigen“, begründet Sylvia Eggers, Referentin für Nachwuchswerbung beim Hamburger GaLaBau-Fachverband, die Teilnahme am Future Talk. „Wenn man in der Gondel sitzt, sieht man zahlreiche Dachbegrünungen. Man blickt auf die etwa 47 Hektar große Parkanlage Planten und Blomen, die im Rahmen mehrere Gartenschauen weiterentwickelt wurde. Und man kann direkt in das Fußballstadion des FC St. Pauli schauen und den jungen Leuten erklären, dass Landschaftsgärtner nicht nur pflanzen, sondern auch Parks und Sportplätze bauen und das Grün anschließend pflegen.“

Rund 90 Schüler drehen Runde in der Landschaftsgärtner-Gondel

Rund 90 Schüler nahmen während der insgesamt dreistündigen Nachwuchs-Werbeaktion in der mit Kunstrasen dekorierten Gondel der Hamburger Landschaftsgärtner Platz. Das Spannende daran: Sie alle bestiegen das Riesenrad nach dem Zufallsprinzip, ohne vorher zu wissen, zu wem sie stiegen beziehungsweise in welcher Gondel welcher Handwerksberuf vorgestellt wurde. „Genau das ist der Vorteil, weil es uns auf diese Weise gelingt, Vorprägungen in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler aufzubrechen. Sie alle kennen die klassischen Berufe wie Kfz-Mechatroniker, Maler, Klempner oder Friseur. Da sie die Gondeln aber nicht wählen können, werden sie überrascht und lernen Neues kennen“, erklärt Hendrik Schmidt, Bauleiter und Ausbilder beim GaLaBau-Fachbetrieb Rüssmann GmbH.

Herausforderung: Nachwuchs innerhalb von zehn Minuten „einfangen“

Betriebsinhaber Kai Franke ergänzt: „Wir konnten innerhalb von drei Stunden den Kontakt zu 90 jungen Leuten aufbauen, die unseren Beruf großteilig vorher noch gar nicht kannten. Natürlich war es eine Herausforderung, sie innerhalb von zehn Minuten Fahrzeit einzufangen und zu interessieren. Aber ich glaube, das ist uns bei vielen gelungen.“

Eine von ihnen ist die Schülerin Laura Wagenschütz, die vor der Aktion nach eigenen Angaben lediglich vage Vorstellungen vom Beruf des Landschaftsgärtners hatte. „Nun weiß ich, wie abwechslungsreich der Beruf ist und dass ihn auch viele Frauen ergreifen. Spannend ist auch der Umgang mit den großen Maschinen! Ich kann mir gut vorstellen, ein Praktikum in einem landschaftsgärtnerischen Betrieb zu machen!“