Grüne Branche

GaLaBau: Planung, Bau und Pflege besser verknüpfen

"Es nutzt nichts, wenn hohe Beträge für den Bau einer Grünanlage zur Verfügung stehen, aber nicht genug Geld für qualitativ hochwertige Pflege!" Mit dieser Aussage sprach sich Eiko Leitsch für langfristig angelegte Pflege- und Entwicklungspläne bei Grünanlagen aus: "Wir müssen weg kommen vom heutigen Bruch zwischen Planung, Bau und späterer Pflege", sagte der Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen bei der Grünmanagement-Fachtagung am 6. Juni in Geisenheim. Er wünscht stattdessen eine bessere Verknüpfung der drei Bereiche und wandte sich zugleich gegen eine weit verbreitete Unterschätzung des Stellenwertes der Grünflächenpflege. Viele aufwändig gebaute Grünanlagen würden leider nicht ausreichend gepflegt, weil der Pflege-Etat zu schmal ist oder andere Defizite vorliegen. Wie der Rüsselsheimer Landschaftsbau-Unternehmer in seiner mit "Qualitätssicherung aus Sicht des Garten- und Landschaftsbaus" überschriebenen Rede zugleich betonte, muss gestaltetes Grün auf bedarfsgerechter Planung basieren. Sie dürfe nicht vorrangig auf die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel ausgerichtet sein. Entscheidend wären vielmehr jene Gelder, die für Pflege und Unterhaltung zur Verfügung stehen. Langfristig ausgerichtete Grünflächenpflege benötigt nach Angabe von Leitsch einen Pflege- und Entwicklungsplan. Dieser müsse klar vorgeben, was erreicht werden soll. Mit den in einem solchen Plan definierten Entwicklungszuständen wäre immer wieder zu überprüfen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Leitsch wünscht "Pflegegärtner" nach englischem Vorbild. Sie müssten über beste Pflanzenkenntnisse verfügen. Ohne gute Pflegekonzepte sowie Verknüpfung von Planung/Bau/Pflege werde es die grüne Branche zunehmend schwer haben, sich am Markt zu behaupten und von den Auftragnehmern ernst genommen zu werden. Gerade die Wohnungswirtschaft erwarte schlüssige Konzepte. Leitsch: "Die holen uns sonst nur noch als Subunternehmer!" Zugleich komme es darauf an, das Niveau der Ausbildung weiter zu verbessern. Dies gelte ebenso für die Ebene der Hochschulen. Leitsch: "Wir brauchen gute Fachleute als Planer!" Leider seien bei der Umstellung auf das Bachelor- und Master-System vielerorts die Vorgaben hinsichtlich der Praxiszeiten reduziert worden.