Grüne Branche

GaLaBau: Politiker als Praktikanten

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Was macht eigentlich ein Landschaftsgärtner? Und vor welchen Herausforderungen stehen kleine und mittelständische GaLaBau-Betriebe? Das sollen Bundespolitiker im Rahmen eines eintägigen Praktikums erfahren, zu dem der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (FGL) Hessen-Thüringen in diesem Jahr erstmals einlädt.

GaLaBauer Johannes Schiesser mit seiner „Praktikantin“ Dr. Ilja-Kristin Seewald. Foto: FGL Hessen-Thüringen

„Auch Politiker, die noch nicht als Abgeordnete im Bundestag arbeiten, sind kommunal vernetzt und arbeiten in Stadtverordnetenversammlungen, Ausschüssen und anderen Gremien. Wir erreichen somit auf allen politischen Ebenen die Beauftragten, die für unsere Unternehmen lokal, regional und national von Bedeutung sind“, so FGL-Präsident Jens Heger über die Initiative „GaLaBau in Politik und Praxis.

Gut 25 Bundespolitiker wollen Praktikum im GaLaBau machen

Ihre Teilnahme am Politikerpraktikum noch vor der Bundestagswahl am 24. September haben derzeit bereits gut 25 Kandidaten zugesagt. Eine davon ist die SPD-Bundestagskandidatin Dr. Ilja-Kristin Seewald, die in der vergangenen Woche bei Schiesser Gartengestaltung und Baumpflege in Königstein GaLaBau-Luft schnupperte.

Am Beispiel eines frisch angelegten Gartens gewährte Geschäftsführer Johannes Schiesser seiner „Praktikantin“ unter anderem Einblicke in Rasen- und Saatarbeiten, den Erhalt alter Bäume auf neu angelegten Grundstücken, Bewässerungsanlagen sowie Wege- und Teichbau. Außerdem zeigte er der Politikerin die firmeneigene Bio-Kompostanlage und den Maschinenpark des Betriebs.

„Es gefällt mir sehr gut, wie Johannes Schiesser sich für unsere Region engagiert und sein Wissen aus der Landschaftspflege vor Ort unter anderem für die Edelkastanien einsetzt. Ich habe heute viel für meine politische Arbeit mitgenommen“, so Seewalds Resümee, die derzeit verschiedene Betriebe in ihrem Wahlkreis besucht.

Forderungen der Landschaftsgärtner zur Bundestagswahl

Darüber hinaus kamen im Rahmen von Seewalds Ein-Tages-Praktikum die Positionen der Landschaftsgärtner zur Bundestagswahl zur Sprache. Unter anderem fordert der Garten- und Landschaftsbau eine verbesserte grüne Infrastruktur in Städten und Gemeinden sowie die Stärkung der grünen Unternehmen.

„In Hessen und Thüringen stehen für uns weitere politische Themen auf der Agenda“, so FGL-Präsident Heger. „Gerade im Umgang mit Erdaushub und Böden müssen die Regelungen für unsere Unternehmen vereinfacht werden. In einigen Punkten gehen wir auch noch weiter: In den Ballungszentren brauchen wir mautfreie LKW bis zu zwölf Tonnen. Für klein- und mittelständische Unternehmen muss die betriebliche Altersvorsorge nachhaltig gefördert werden.“