Grüne Branche

GaLaBau-Report: Augsburger Baumpflegetage - von Kappungen bis Kronensicherung

Viel Gelegenheit zum Austausch und Diskutieren boten die diesjährigen Augsburger Baumpflegetage, die vom 19. bis 21. April stattfanden. Ein breit gefächertes Publikum – vom Baumpfleger über den Grünflächenamtsleiter und Gutachter bis zum Seilkletterer – beschäftige sich an drei Tagen mit einem breiten Themenspektrum. Rund 700 Teilnehmer und rund 65 Aussteller waren gekommen. Der Veranstalter Dr. Dirk Dujesiefken hob dabei die zunehmende Internationalisierung der Augsburger Baumpflegetage hervor. Bis auf den letzten Platz besetzt war der Tagungssaal der Augsburger Kongresshalle, als Baumsachverständige Helge Breloer über die Haftung des kommunalen Mitarbeiters nach Ablehnung eines Fällantrages informierte. Sie verdeutlichte, dass es rechtlich nicht möglich sei, den jeweiligen kommunalen Mitarbeiter nach Ablehnung eines Fällantrages im Rahmen von Baumschutzsatzungen persönlich haftbar zu machen. Dass Kappungen keine fachgerechte Baumpflege darstellen, darüber waren sich die Teilnehmer in Augsburg einig. Wie jedoch der Baumpfleger mit gekappten Bäumen in der Praxis umgehen sollte, darüber gab Henrik Weiß vom Institut für Forstbotanik und Forst Auskunft. Seiner Meinung nach gibt es folgende Möglichkeiten: Mit einer regelmäßigen, alle ein bis drei Jahre durchgeführten Entfernung der neu gebildeten Austriebe lasse sich die Krone in eine Form überführen, die der eines Kopfbaumes ähnelt. Dies gelte allerdings nur für vitale Individuen reiterationsfreudiger Baumgattungen. Die andere Möglichkeit bestehe in dem Aufbau einer artgerechten Sekundärkrone. Die vorgesehenen Änderungen zur Kronensicherung in der überarbeiteten ZTV-Baumpflege der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL ) erläuterte Jochen A. Pfisterer, Mitglied im Regelwerksausschuss der FLL.