Grüne Branche

GaLaBau: Trend zum absoluten Kostensparen gebrochen

Zur quantitativen und qualitativen Entwicklung der Nachfrage nach Leistungen aus dem GaLaBau in der Wohnungswirtschaft hat der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) beim Bochumer Institut InWis Forschung & Beratung eine Studie in Auftrag gegeben. Der Trend zum absoluten Kostensparen sei offenbar gebrochen, so die Studie. 

An der Umfrage im April/ Mai 2012 nahmen Funktionsträger in 204 von insgesamt 814 bundesweit ausgewählten Wohnungsunternehmen teil, darunter Genossenschaften, kommunale und private Unternehmen aller Größenklassen.

Bei der Präsentation der Ergebnisse zeigte Professor Dr. Volker Eichener auf, dass die Bedeutung des Grüns für den Vermietungserfolg wachse. Dank des zunehmenden Wettbewerbs um Mieter sei der Trend zum absoluten Kostensparen offenbar gebrochen. So würde man Leerstand vermeiden und sich durch eine attraktive Außenanlage deutlich von den Mitbewerbern absetzen.

Die Nachhaltigkeit rücke stärker in den Blickpunkt, und 55 Prozent der Wohnungsunternehmen gingen davon aus, dass der Stellenwert der Gestaltung von Grün- und Außenflächen in Zukunft steigen wird. An eine sinkende Bedeutung glaube lediglich ein Prozent der Befragten. Vor diesem Hintergrund erwarteten 26 Prozent der Wohnungsunternehmen, dass ihr Ausgaben-Volumen für GaLaBau-Leistungen in 2012 und 2013 steigen werde. Von einer Ausgaben-Reduzierung gingen dagegen nur zehn Prozent der Befragten aus.

Pro Wohneinheit wendeten die Wohnungsunternehmen zurzeit im Durchschnitt 158 Euro/Jahr für die Grün- und Außenanlage auf (77 Euro für Pflege, 28 Euro für Instandhaltung, 49 Euro für Modernisierung oder Neuanlage im Rahmen einer Aufwertungsstrategie, sowie drei Euro für Sonstiges). Kleinere Wohnungsunternehmen gäben tendenziell mehr Geld für die Grünflächen aus (rund 190 bis 200 Euro pro Wohneinheit im Jahr) als größere Unternehmen (rund 110 bis 120 Euro pro Wohneinheit im Jahr).

Für BGL-Vizepräsident Eiko Leitsch zeigt die Studie, dass im schärferen Wettbewerb um Mieter offenbar immer mehr Unternehmen der Wohnungswirtschaft die Bedeutung von Grün fürs eigene Image und für das Image des Quartiers erkennen. Die wachsende Nachfrage nach Wohnungen mit einem grünen Umfeld wolle der GaLaBau mit den Unternehmen der Wohnungswirtschaft nutzen.

Laut Studie kooperieren 96 Prozent der Wohnungsunternehmen mit lokalen Garten- und Landschaftsbau-Betrieben, nur elf Prozent setzen (ausschließlich oder zusätzlich) überregional tätige Allround-Dienstleister ein.

Konzeption, Planung und Ausschreibung werden bei der Neuanlage zu 67 Prozent, bei der Modernisierung zu 63 Prozent, bei der Instandhaltung und Pflege zu je 40 Prozent an Fachbetriebe vergeben. Die Ausführung der Arbeiten wird bei der Neuanlage zu 90 Prozent, bei der Modernisierung zu 86 Prozent, bei der Instandhaltung zu 74 Prozent und bei der Pflege zu 68 Prozent an externe GaLaBau-Betriebe vergeben.

Bei der Auswahl von Gründienstleistern sei für 94 Prozent der Wohnungsunternehmen die Qualität ausschlaggebend und für 89 Prozent der Befragten der Preis. Ausschreibungsverfahren zur Grünpflege würden zu 60 Prozent durch das Auslaufen bestehender Verträge ausgelöst und zu 39 Prozent durch Feststellung der Vernachlässigung von Verkehrssicherungspflichten.

Durch die aktive Überprüfung der Verkehrssicherheit von Grün- und Freianlagen könnten GaLaBau-Fachbetriebe noch weiteres Marktpotenzial erschließen. BGL-Vizepräsident Leitsch: „Das Ergebnis der Studie gibt uns wichtige Impulse, unsere Kooperation mit der Wohnungswirtschaft erfolgreich auszubauen.“ (bgl/ts)