Grüne Branche

GaLaBauer kann nicht jeder

Um Nachwuchs zu werben, nutzt der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL) die Landesgartenschau in Norderstedt (Laga) als Plattform. Der FGL beteiligt sich in Kooperation mit dem Hamburger Schwesternverband mit zwei regelmäßigen Unterrichtseinheiten an der „Klasse! Im Grünen“, dem Umweltbildungsprogramm der Laga. In dem Kurs „Landschaftsgärtner kann nicht jeder“ beispielsweise erklären Experten für Garten und Landschaft künftigen Schulabgängern, dass der Beruf voller Herausforderungen, aber auch voller Möglichkeiten steckt.

Eine Schülerin schaut durch ein Nivelliergerät. Mathematische Kenntnisse sind im GaLaBau ebenso gefragt wie praktische Fähigkeiten.Foto: Laga Norderstedt 2011

Durch offene Ansprache und Information sollen Jugendliche frühzeitig für den Beruf begeistert werden. Dass 56 Prozent der Jugendlichen, die sich in den vergangenen zehn Jahren für eine Vollzeit-Ausbildung in einem der sieben gärtnerischen Berufe entschieden haben, Landschaftsgärtner werden wollten, ist für den FGL-Ehrenvorsitzenden Reimer Meier kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Nur, wenn der Nachwuchs auch langfristig gesichert und motiviert ist, können die Branche und unser Berufsstand zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben“, erklärte Meier auf der Landesgartenschau in Norderstedt.
Nachwuchs aktiv finden

Nachwuchs aktiv finden

Der Bedarf an naturverbundenen, engagierten Nachwuchskräften mit handwerklichem Geschick ist hoch im schleswig-holsteinischen Garten- und Landschaftsbau. Sie zu finden und zu interessieren ist Hauptaufgabe von Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim FGL. Das ganze Jahr über ist er auf verschiedenen Berufsmessen präsent oder besucht Schulklassen, um hier etwa im Mathematikunterricht anhand von Praxisbeispielen das Berufsbild zu erläutern. Hinzu kommen weitere Aktionen, die den Beruf in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, wie der jährlich stattfindende Schülerwettbewerb SOS Schulhof oder der Landschaftsgärtner-Cup Nord. Während in diesem Jahr die Gesamtzahl der in Schleswig-Holstein in allen gärtnerischen Fachrichtungen geschlossenen Ausbildungsverträge voraussichtlich um rund 15 Prozent zurückgehen wird, ist der Garten- und Landschaftsbau zuversichtlich, den Stand des Vorjahres halten zu können. Anfang August haben bereits 98 junge Leute im nördlichsten Bundesland die Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen, weitere Einstellungsgespräche laufen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 106 Bewerber eingestellt. „Interessierte Schulabgänger können sich noch für dieses Ausbildungsjahr um die verbleibenden freien Ausbildungsplätze bewerben. Der FGL stellt gern den Kontakt zu entsprechenden Fachbetrieben her“, sagt Achim Meierewert. Seit Eröffnung der Laga haben sich bereits 750 Kinder- und Jugendgruppen zum Umweltbildungsprogramm angemeldet. 80 Prozent der bisherigen Gruppen kamen aus Schleswig-Holstein, 20 Prozent aus Hamburg. Somit finden die Botschaften der „Klasse! Im Grünen“ besonders im nördlichsten Bundesland sehr großen Anklang.