Grüne Branche

GAP-Reform bewegt den Verband

Greening als Problem
Im Rahmen der für 2013 geplanten Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) gibt es zwei Punkte, die der BdB für äußerst problematisch hält: die geforderte Anbaudiversifizierung und der angestrebte „Greening“-Anteil (Flächenstilllegung) von sieben Prozent (siehe Geplante Umweltauflagen). Nicht überraschend also, dass diese Themen bei der Sommertagung intensiv diskutiert wurden.

"Wir sind der Auffassung, dass Sonderkulturen wie die der Baumschulen, die extensiv arbeiten, nicht dem geplanten Greening zu unterziehen sind. Die biologische Vielfalt in den Baumschulquartieren ist ohnehin sehr groß, ob in Knicks, in eingesäten Fahrwegen oder in Randbereichen“, bekräftigte BdB-Präsident Plum im Rahmen der Informationsveranstaltung des Verbandes. Jegliche Flächenstilllegung habe eine weitere Verknappung landwirtschaftlich zu nutzender Flächen zur Folge, so Plum weiter. Unter den momentanen Voraussetzungen müssten die Baumschulen davon ausgehen, regelmäßig eine bis zu siebenprozentige Reduzierung ihrer Kulturflächen hinzunehmen. Mit kurzfristigen Rodungsmaßnahmen in den Quartieren sei daher zu rechnen.

Der BdB fordert, dass die Baumschulen von dieser Vorgabe ausgenommen werden – oder zumindest einen geringeren Greening-Anteil. Hier konnte der BdB immerhin einen Teilerfolg verzeichnen: Baumschulkulturen sollen von der Anbaudiversifizierung ausgenommen werden, wie Ministerin Aigner bereits zugesichert habe. Bestes Ergebnis wäre, wenn die Baumschulen als Dauerkulturen ganz herausgenommen würden, so BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl. Das sei derzeit allerdings unwahrscheinlich.

Den ganzen Bericht lesen Sie in Ausgabe 08/ 2012 Deutsche Baumschule.


Geplante Umweltauflagen
Für jeden Hektar bewirtschaftete Ackerfläche bekommen Landwirte sogenannte Direktzahlungen oder Flächenprämien. In Deutschland sind das über 300 Euro pro Hektar. Ab 2014 sollen diese zum Teil an Umweltauflagen gekoppelt sein. 70 Prozent der Flächenprämien bekommen die Landwirte weiterhin ohne Auflagen, 30 Prozent unter folgenden Voraussetzungen: - Erhalt von Dauergrünland; - Fruchtfolge mit mind. drei Kulturen, wobei jede Kultur mind. 5 % und max. 70 % der förderfähigen Ackerfläche ausmachen muss; - 7 % der Ackerfläche werden für Naturschutzmaßnahmen aus der Produktion genommen ("Greening").