Grüne Branche

Garten- und Landschaftsbau: Branche wächst weiter

Die Landschaftsgärtner haben in 2011 ein weiteres kräftiges Wachstum ihrer Branche erreicht. „Mit 5,59 Milliarden Euro konnte die grüne Branche ihren Gesamtumsatz in 2011 gegenüber der bisherigen Rekordmarke von 5,11 Milliarden Euro in 2010 sogar um fast 500 Millionen Euro (9,26 Prozent) steigern“, zog der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), August Forster, jetzt eine erfreuliche Bilanz. Er erläuterte: „Immer mehr Menschen schätzen den Wert von Grün und investieren damit in ihre Lebensqualität. Das spiegelt sich in der weiter gestiegenen Nachfrage positiv in unserer Branche wieder.“ 

Die grüne Umgebung im privaten Garten zählt zu den Wohlfühl-Faktoren. Foto: BGL

Das neue Rekord-Ergebnis haben die 16.460 Fachbetriebe mit ihren insgesamt 95.365 Beschäftigten erwirtschaftet. Damit stieg in 2011 die Zahl der Fachbetriebe gegenüber 2010 (15.427 Betriebe) um 6,70 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg 2011 gegenüber 2010 um 3,28 Prozent von 92.338 auf 95.365 Personen.
„Dass wir unsere bisherige Bestmarke in 2011 noch weiter steigern konnten, haben wir einerseits der konjunkturellen Dynamik und der weiter gestiegenen Nachfrage nach unseren grünen Dienstleistungen zu verdanken,“ so Forster. „Aber auch das Wetter hat gut mitgespielt. Die Temperaturen lagen im November und Dezember überwiegend im positiven Bereich und die Betriebe konnten sehr lange weiterarbeiten.“
Die Insolvenzquote der Branche belief sich in 2011 auf 0,84 Prozent und blieb damit auf demselben Niveau wie im Vorjahr (2010: 0,84 Prozent). Bei den über 3.300 Mitgliedsbetrieben lag die Insolvenzquote im vergangenen Jahr mit 0,78 Prozent erneut niedriger als bei den Nichtmitgliedern (0,85 Prozent).

Seit 2001 nunmehr im zehnten Jahr in Folge setzte sich in 2011 die positive Entwicklung des Privatgarten-Bereichs bei der Auftragsvergabe fort. Die Auftraggeberstruktur verbesserte sich von 54,98 Prozent in 2010 in Bezug auf private Hausgärten erneut und stieg in 2011 auf insgesamt 55,29 Prozent des Gesamtumsatzes von 5,59 Milliarden Euro.
„Grün zählt für immer mehr Menschen in ihrer privaten Umgebung schon zu den Wohlfühl-Faktoren, die sie längst nicht mehr missen möchten“, so Forster. Vor diesem Hintergrund sei auf längere Sicht damit zu rechnen, dass auch in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung von den Bürgern verstärkt eine grüne lebenswerte Umgebung bei den Verantwortlichen auf politischer Ebene eingefordert werde.

Im öffentlichen Bereich blieb die Auftraggeberstruktur nach Umsatzanteil in 2011 mit 18,69 Prozent stabil (2010: 18,45 Prozent). Der Wohnungsbau lag im Vorjahr bei 8,42 Prozent (2010: 9,97 Prozent), die Industrie bei 6,74 Prozent (2010: 8,18 Prozent), die Generalunternehmer bei 6,41 Prozent (2010: 5,11 Prozent) und Sonstige bei 4,44 Prozent (2010: 3,31 Prozent).

Wie der BGL-Präsident erläuterte, war auch in 2011 die Neuanlage von Grün stärkster Umsatzträger. Der Bereich bildete mit 77 Prozent Anteil am Umsatz erneut den Arbeitsschwerpunkt im GaLaBau. Zum Vergleich: In 2010 machte die Neuanlage von Grün 78 Prozent vom Umsatz aus. Leicht angestiegen ist seit 2009 infolge wiederum der Anteil am Umsatz bei der Pflege bestehender Anlagen. Er machte in 2011 insgesamt ein Fünftel des Umsatzes (20 Prozent) aus, in 2010 waren es 19 Prozent. Im Bereich der Pflege zählten in 2011 Gebäudereiniger und Hausmeister mit 23,67 Prozent (2010: 24,32 Prozent), gemeinnützige Einrichtungen mit 18,78 Prozent (2010: 16,22 Prozent) sowie die Schwarzarbeit mit 17,14 Prozent (2010: 17,12 Prozent) weiterhin zu den stärksten Konkurrenten des GaLaBaus.

„Die engagierten Nachwuchs-Werbeaktivitäten haben sich im GaLaBau ausgezahlt. Die Ausbildungsquote, gemessen an den gewerblichen Arbeitskräften, lag in 2011 bei 9,73 Prozent. Insgesamt ließen sich von über 10.000 Auszubildenden in gewerblichen GaLaBau-Betrieben im Vorjahr 6.717 junge Menschen zu Landschaftsgärtnern ausbilden“, so Forster. In 2010 waren es 6.930 Auszubildende. Die Ausbildungsquote sank zwar gegenüber 2010 (10,2 Prozent) leicht. Die Zahl der Auszubildenden blieb in 2011 aber angesichts der stetig abnehmenden Zahl von Schulabgängern dennoch auf einem hohen Niveau. (bgl)