Grüne Branche

Gartenbau 4.0: Zukunft des Erwerbsgartenbaus sichern

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Bei einem Workshop kamen Forschende aus zwölf Projekten im Haus der Wissenschaft in Braunschweig zusammen, um ihre Erfahrungen über neue digitale und technische Wege für den „Gartenbau 4.0“ auszutauschen. Alle Ideen verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel, die Zukunft des Erwerbsgartenbaus in Deutschland zu sichern.

Marvin Krüger, Mitarbeiter am Julius Kühn-Institut, demonstriert den mobilen Messstand zur Analyse des Gesundheitszustands von Paprikapflanzen. Foto: Mariska Schäffer - HortiCo 4.0

Workshop in Braunschweig

Der technische und digitale Fortschritt macht vor keiner Branche Halt. Auch in der Grünen Branche sind bei der Produktion und den Lieferketten von Obst, Gemüse, Schnittblumen und anderen Zierpflanzen technische und digitale Hilfsmittel kaum noch wegzudenken. In mehreren Projekten forschen Wissenschaftler:innen deutschlandweit zu innovativen Lösungen für den Gartenbau. In einem Workshop im Haus der Wissenschaft der TU Braunschweig kamen diese Forschenden Anfang November zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Der Workshop fand im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiierten Förderschwerpunkts „Gartenbau 4.0“ statt und drehte sich um Automatisierung, Sensorik und Big Data.

Forschung mit Praxis verknüpfen

Die Anwendungsbereiche erstrecken sich dabei auf vielfältige Bereiche, vor allem in der Produktion, wie Drohnen im Gewächshaus, autonome Roboter im Freiland, Apps mit Handlungsempfehlungen für den Pflanzenschutz auf Teilflächen oder Lasersysteme zur selektiven Bekämpfung von Schädlingen ohne Gefährdung von Nützlingen. Alle Ideen eint jedoch das gemeinsame Ziel, die Zukunft des Erwerbsgartenbaus in Deutschland zu sichern. Dafür sei es notwendig, die Forschungsergebnisse in der gärtnerischen Praxis einzubinden. „Wir müssen verstärkt daran arbeiten, dieses ‚Tal des Todes‘ zwischen Forschung und Praxis zu überwinden“, betont Dr. Walter Dirksmeyer vom Thünen-Institut.

Beispiele aus der Forschung präsentiert

Mit einem Versuchsaufbau gaben die JKI-Wissenschaftler Jelto Branding und Marvin Krüger einen Einblick an die Gartenbau-4.0-Forschung an ihrem Institut. Ihre Demonstration zeigte, wie sich Insekten allein an ihren Fluggeräuschen erkennen lassen. Zudem präsentierten sie einen mobilen Messstand, der mit hyperspektraler Bildgebung den Gesundheitszustand einer Pflanze analysieren kann, ohne zuvor eine Blatt- oder Bodenprobe zu entnehmen. „Der Einsatz von Sensoren und Assistenzsystemen wird im Gartenbau von Morgen nicht mehr wegzudenken sein, damit hochwertige Produkte nachhaltig erzeugt werden können“, resümierte Prof. Dr. Jens Karl Wegener vom Julius Kühn-Institut.

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