Grüne Branche

Gartenbau: „Emma“ verschiebt Mobiltische automatisch

, erstellt von

Mit „Emma“ hat Gartenbau-Unternehmer Jörg Reischl aus Duderstadt ein selbstfahrendes Gerät erfunden, das Roll- und Mobiltische automatisch vorwärts schiebt. Das System ist einfach und preiswert und kann ohne großen Aufwand auch in herkömmlichen, noch nicht vollautomatisierten Betrieben nachgerüstet werden. Reischl erhielt dafür den „Innovationspreis Gartenbau 2019“ in der Kategorie „Technik“.

Jörg Reischl mit seiner Tische-schiebenden „Emma“. Foto: privat

Manuelles Verschieben von Mobiltischen verbraucht Zeit und Kraft

Viele Betriebe verschieben Mobiltische noch per Hand: Nach dem Topfen ins Gewächshaus, zum Rücken und Reinigen und zu guter Letzt wieder zur Topfmaschine. Bei einem ein Hektar großen Betrieb sind dies rechnerisch rund 1.100 Tische, die pro Kultur mindestens drei bis vier Mal verschoben werden, hat Reischl kalkuliert. Das ist nicht nur schwere Arbeit, sondern verbraucht auch viel Arbeitszeit.

Hier schafft „Emma“ Abhilfe: Besondere Magnetrollen, die Jörg Reischl gemeinsam mit ThyssenKrupp entwickelt hat, bewegen sich mithilfe eines Elektromotors mit Getriebe vorwärts und verschieben die Mobiltische in ihrer Laufbahn. Die Magnetrolle passt sich durch ihre Form an das Laufrohr an. Durch die Verwendung seltener Erden haben die Magnete eine weitaus stärkere Kraft als herkömmliche Magnete dieser Größe. Sie ziehen sich magnetisch am Laufrohr fest, sind in ihrer Form aber so konstruiert, dass sie trotzdem ablösbar und beweglich bleiben. Das erst ermöglicht die erforderliche Schubkraft.

Mobile Helferin im Gartenbau hat viele Pluspunkte

„Emma“ selbst besteht aus einem Alurahmen, an dem der Motor mit Getriebe befestigt ist. An diesem Rahmen sind die Magneträder aufgesteckt. Funkgesteuert kann „Emma“ vor- und zurückfahren.

Die mobile Helferin hat eine ganze Menge Pluspunkte, wie Reischl zusammenfasst: Sie ist leicht, ist in jedem Mobiltischsystem im Unterglasanbau einsetzbar und sie hat eine einfache, wirkungsvolle Technik: „Elektromotor 75 rpm, H-Brücke, Funksteuerung, DC Wandler und Akku – das ist alles an Technik“, fasst der findige Gartenbau-Unternehmer zusammen. Dadurch ist „Emma“ auch extrem kostengünstig – sie liegt in der Anschaffung bei unter 4.000 Euro, womit sie auch bei kleinen Mobiltischanlagen wirtschaftlich ist und sich recht schnell amortisiert.

Video: „Emma“ im Praxisbetrieb

Mehr zu Reischls innovativer Erfindung „Emma“ lesen Sie in der TASPO 39/2019, die Sie in unserem Online-Shop abrufen können. Eindrücke von „Emma“ im Praxiseinsatz zeigt das folgende Video: