Grüne Branche

Gartenbau erhält die Biodiversität

Vom 19. bis 30. Mai findet in Bonn die 9. UNO-Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt (CBD) statt. Dieses Übereinkommen ist eines der Ergebnisse der Diskussionen im Rahmen der Vereinten Nationen über eine nachhaltige Entwicklung. Der Gartenbau ist Teil der nachhaltigen Entwicklung, denn so Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG): "Menschliche Lebensbereiche funktionieren nicht ohne Grün. Kulturlandschaft und Gärten sind wesentliche Voraussetzung für persönliche Naturerfahrung und besseres Naturverständnis. Dazu gehören auch die Arten- und Sor- tenvielfalt des Gartenpflanzensortiments als Ausdruck des gärtnerischen Könnens, der gesellschaftlichen Entwicklungen und der Gartenkultur." Der Gartenbau trägt laut ZVG überproportional zur Agrobiodiversität bei: Im Zierpflanzenbau lasse man davon ausgehen, dass das derzeitige Handelssortiment weit über 100.000 Taxa (Arten und Sorten) umfasst. Zusammengefasst mit botanischen Gärten und privaten Sammlungen ergibt das für Deutschland ein Minimum von mindestens 150.000 in Kultur befindlichen Taxa. Die Baumschulen im Bund deutscher Baumschulen (BdB) bieten rund 25.000 verschiedene Gehölzarten und -sorten von Sämlingen bis hin zu mehren jahrzehntealten Park- und Alleebäumen an. Bei den Stauden sind nahezu 9.000 Arten und Sorten bekannt. Die Staudengärtner im Bund deutscher Staudengärtner (BdS) kultivieren im Schnitt rund 1.200 Sorten, in der Spitze bis zu 4.000 Sorten. Im Obstbau werden rund 30 Arten im nennenswerten Umfang angebaut, im Gemüsebau rund 80 Arten mit einer erheblichen Sortenvielfalt, bei Arznei- und Gewürzpflanzen rund 80 Arten. Diese Vielfalt gilt es zu erhalten und mittels einer angepassten und standortgerechten Pflanzenverwendung in Gärten und öffentlichem Grün zu fördern. Nachhaltige Bewirtschaftung ist Teil des Selbstverständnisses im Gartenbau, betont ZVG-Präsident Herker, wie es auch in den ZVG-Umweltleitlinien 1998 festgehalten ist. Langfristig seien Erfolge nur in kooperativer Zusammenarbeit aller Beteiligten zu erzielen, wie es Beispiele im Naturschutz und Wasserschutz zeigen. Dies müsse ausgebaut werden. Konkret weist Herker auch auf die kürzlich unterzeichnete Vereinbarung mit dem Bundesumweltministerium zum Umgang mit invasiven Arten hin (siehe TASPO 18/08).