Grüne Branche

Gartenbau-Forschung in Erfurt geht weiter

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Zwei Jahre nach der umstrittenen Schließung des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenforschung (IGZ) in Erfurt haben sich der Bund und das Land Thüringen jetzt auf eine Lösung zur Fortführung der gartenbaulichen Forschung in Thüringens Landeshauptstadt geeinigt.

Die Gartenbau-Forschung in Erfurt soll auch nach der Schließung des IGZ weitergehen. Foto: IGZ Erfurt

Verwaltungsvereinbarung gilt ab 2019

Die von Bund und Land unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung zur Förderung der Forschung an gartenbaulichen Kulturen gilt ab 1. Januar 2019 und sieht vor, dass beide Vertragsparteien jährlich jeweils 1,6 Millionen Euro für die Finanzierung mehrerer Projekte für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung stellen. Abhängig von den Forschungsergebnissen kann dieser Zeitraum um weitere fünf Jahre verlängert werden.

„Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung ist es uns gelungen, die Forschung zu gartenbaulichen Kulturpflanzen an der Fachhochschule Erfurt durchzuführen. Das ist ein Signal für die Gartenbau- und baldige Buga-Stadt“, sagt dazu Thüringens Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dr. Klaus Sühl.

Gegenstand der vereinbarten Zusammenarbeit von Thüringen und dem Bundeslandwirtschaftsministerium ist unter anderem die auf den Forschungsergebnissen aufbauende Politikberatung zu gartenbaulichen Fragen.

ZVG: eine „sehr gute Nachricht für die Branche“

Als eine „sehr gute Nachricht für die Branche“ hat der Zentralverband Gartenbau (ZVG) die jetzt erzielte Einigung zum Erhalt der Zierpflanzenbau-Forschung in Erfurt bezeichnet. Gerade die kleinen und mittelständischen Gartenbau-Betriebe seien darauf angewiesen, dass der Innovationstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis funktioniere.

„Die geplante Einbindung des Instituts (gemeint ist das IGZ, Anm. d. Red.) in die Fachhochschule Erfurt in Kooperation mit der Universität Jena ist eine Lösung mit Perspektive, die jetzt genutzt werden muss. Der ZVG wird auch die Arbeit des neuen Instituts intensiv begleiten“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer.

Der ZVG hatte die Schließung des IGZ Erfurt als Aderlass für die Gartenbau-Forschung verurteilt und sich in den letzten beiden Jahren entsprechend intensiv für den Erhalt des Standorts Erfurt eingesetzt.

Schlechte Noten für IGZ Erfurt besiegelten das Aus

Ausschlaggebend für das Aus des Erfurter Gartenbau-Forschungsinstituts waren die schlechten Noten, die der Senat der Leibniz-Gemeinschaft dem IGZ Erfurt vor zwei Jahren gegeben hatte. In der damals veröffentlichten Evaluierung hieß es, dass die Entwicklung dort „sowohl strukturell als auch wissenschaftlich“ stagniere und die Leistungen am Standort Erfurt insgesamt „nicht hinreichend“ seien, um eine weitere Förderung des Standorts zu rechtfertigen.