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Gartenbau: höhere Löhne & Gehälter im Norden

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„Deutliche Entgelt-Erhöhungen“ für die Beschäftigten im Gartenbau Mecklenburg-Vorpommerns: Der WVG Nord und die IG BAU haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Auch in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen steigen die Löhne und Gehälter im Gartenbau.

Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten im Gartenbau in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen steigen deutlich an. Foto: Pixabay

„Modernes Vertragswerk für den Gartenbau“

Als „richtungsweisend“ bezeichnen die Verhandlungspartner, der Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland (WVG Nord) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die am 17. Oktober erzielte Einigung für Mecklenburg-Vorpommern.

Thomas Heinemann, Landespräsident Mecklenburg-Vorpommern im WVG Nord und Verhandlungsführer für die Arbeitgeberseite, spricht von einem modernen Vertragswerk für den Gartenbau, „welches den Herausforderungen der Zeit entspricht und zukunftsorientiert ist. Der neue Rahmentarifvertrag löst den mehr als 21 Jahre alten Rahmentarifvertrag ab.“

Übernahme des Rahmentarifvertrags für NRW

Heinemanns besonderer Dank geht an die „Kollegen der Tarifkommission in Nordrhein-Westfalen“, die sich bereits Ende August auf einen neuen Rahmentarifvertrag für den Gartenbau in NRW geeinigt hatten. Dieser wird nun für die Gärtner in Mecklenburg-Vorpommern übernommen.

Mit Gültigkeit ab 1. November wurde zudem ein neuer Entgelttarifvertrag abgeschlossen, der einen neuen Ecklohn von elf Euro in der Stunde vorsieht. Ab 1. Mai kommenden Jahres steigt dieser Ecklohn auf 11,50 Euro pro Stunde an. Über alle Entgelt-Gruppen hinweg soll es „deutliche Entgelt-Erhöhungen geben, wie die Tarifparteien mitteilen.

Mehr Geld auch für Azubis in Mecklenburg-Vorpommern

Für Azubis wurden Vergütungen von 630 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 700 Euro im zweiten Ausbildungsjahr und 800 Euro im dritten Ausbildungsjahr vereinbart – ebenfalls übernommen aus den aktuellen Abschlüssen in Nordrhein-Westfalen und dem Nordverbund.

Der neue Rahmentarifvertrag, mit dem nach Ansicht der Verhandlungspartner der Gärtnerberuf in Mecklenburg-Vorpommern deutlich attraktiver wird, tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Die neuen Entgeltgruppen werden mit der nächsten Lohnrunde wirksam, die Kündigung des aktuellen Lohntarifvertrags ist erstmals zum 31. Januar 2020 möglich.

8,6 Prozent mehr Geld in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen

Auf höhere Löhne und Gehälter dürfen sich auch die Beschäftigten im Gartenbau in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen freuen. Dort einigten sich die Verhandlungspartner am 24. September auf einen neuen Tarifabschluss, der in einer dreistufigen Erhöhung insgesamt 8,6 Prozent mehr Geld vorsieht:

Zunächst werden alle Lohn- und Gehaltsgruppen auf Basis der am 30. September 2016 geltenden Tariflöhne rechnerisch um drei Prozent erhöht.

Zum 1. Oktober dieses Jahres sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten im Gartenbau in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen um 3,1 Prozent gestiegen, ab 1. Mai erhöhen sich die Entgelte um weitere 2,5 Prozent.

Auch angehende Gärtner bekommen mit dem neuen Tarifabschluss, der eine Laufzeit von 16 Monaten hat, mehr Geld – ab 1. Oktober 2018 im ersten Ausbildungsjahr 40 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 50 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 90 Euro mehr Vergütung.

Leicht abweichender Tarifabschluss für Baumschulen in Schleswig-Holstein und Hamburg

Einen davon leicht abweichenden Tarifvertrag handelten die Vertragspartner für die Baumschulen in Schleswig-Holstein und Hamburg aus. Hier vereinbarten die Verhandlungsführer für Azubis zum 1. Oktober 2018 im ersten Ausbildungsjahr 15 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 50 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 80 Euro höhere Vergütungen.

Für alle anderen Beschäftigten in den Baumschulen Schleswig-Holsteins und Hamburgs sieht der Tarifabschluss, der eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2019 hat, insgesamt 8,6 Prozent mehr Lohn vor. Genau wie im Gartenbau in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Hessen wurden alle Lohngruppen vorab auf Basis der am 31. August 2016 geltenden Tariflöhne um drei Prozent erhöht. Zum 1. Oktober sind die Löhne und Gehälter um 3,1 Prozent gestiegen und erhöhen sich ab 1. Mai um weitere 2,5 Prozent.

Für den Ecklohn der Baumschulgärtner in Schleswig-Holstein und Hamburg bedeutet das ein Plus im Bruttostundenlohn nach der ersten Erhöhung um 78 Cent und nach der zweiten Erhöhung um 34 Cent.

In den kommenden Monaten wollen die Vertragsparteien darüber hinaus einen neuen Rahmentarifvertrag für die Baumschulen in Schleswig-Holstein und Hamburg verhandeln.