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Gartenbau: konventionelle Belichtung oder LED?

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Und was ist mit LED? – diese Frage wird im Gartenbau fast täglich gestellt. Beantworten lässt sie sich aber nur mit Rückfragen, so der Wülfrather Lichtexperte DH Licht: welche Anwendung, welche Kulturen, welche Regelung? Die Grundidee ist, Energie einzusparen – bei gleichen oder besseren Ergebnissen.

Ob eine Umstellung auf LED in einem Gartenbau-Betrieb sinnvoll ist, lässt sich letztlich nur durch eine ehrliche und objektive Beratung herausfinden. Foto: DH Licht

Energieeinsparung durch LED rechnerisch möglich

Rechnerisch ist es möglich, mit LED Energie einzusparen. Als ein Beispiel aus der Praxis nennt das Unternehmen den Austausch einer 600 Watt Natriumdampfleuchte mit konventionellem Vorschaltgerät gegen eine LED-KE 300 von DH Licht: Der Gesamtverbrauch der Natriumdampfleuchte inklusive Vorschaltgerät liegt bei 645 Watt. Die LED-KE liegt bei vergleichbarem Photonenstrom inklusive Treibereinheit bei 300 Watt. Somit lassen sich 345 Watt sparen. So einfach und wirtschaftlich wäre es, da sich die Anschaffungskosten mittlerweile innerhalb weniger Jahre amortisieren würden.

Dann kommt es auf die Regelung an. Mit den 645-Watt-Natriumdampflampen wird, so führt DH Licht weiter aus, rund 450 Watt Wärme erzeugt. Diese Wärme, zum großen Teil infrarote Wärmestrahlung, wird direkt in Richtung Pflanze abgegeben. Bei LED fehlt diese direkte Wärmestrahlung! Die bei LEDs erzeugte Wärme, die bei rund 60 Prozent liegt, wird in die Luft über den Kühlkörpern abgeleitet. Die fehlende Wärme kann durch Heizungsanlagen hinzugeregelt werden.

Unsinn: direkte infrarote Wärmestrahlung nur durch Wärmestrahler ersetzen

Die direkte infrarote Wärmestrahlung, die tief ins Blatt eindringt und auch das Wurzelwerk mit erwärmt, nur durch Wärmestrahler zu ersetzen, wäre energetisch aber Unsinn. Laut DH Licht kann dies beispielsweise zur Folge haben, dass Blätter nicht richtig abtrocken, es kommt zu einer Pilzbildung. Dies sei nur eine der vielen Herausforderungen bei der Umstellung auf LED.

Ein anderer Aspekt ist das Spektrum, erläutert das Wülfrather Unternehmen. Mit der LED-Technologie lassen sich gezielt pflanzenmorphologische Reaktionen durch Licht steuern. Auch sekundäre pflanzliche Inhaltsstoffe lassen sich durch bestimmte spektrale Anteile erhöhen, um so beispielsweise die Blattausfärbung zu verbessern.

LED-Leuchten-Anbieter: „Das Internet ist voll davon“

Es gibt eine Vielzahl von LED-Leuchten-Anbietern für Assimilationsbelichtung. „Das Internet ist voll davon“, so DH Licht. Neben der Problematik der fehlenden Wärmestrahlung, stellt sich auch die Frage nach dem Vertrauen in die Hersteller, das richtige Spektrum für die jeweilige Kultur zu erhalten. Manche geben an, sie hätten für jede Kultur das richtige Spektrum, hat DH Licht beobachtet. Andere sagten aus, sie hätten ein Vollspektrum wie die Sonne, die Nächsten geben an, sie hätten das Natriumdampfspektrum nachgebildet. Ein paar wenige stellten ein veränderbares Spektrum heraus und dass sie ihre Technik an die Wachstumsphasen der Kulturen anpassen könnten.

LEDs erzeugen in jedem Wellenlängenbereich monochromatisches Licht und je nach Wellenlänge einen anderen Energiegehalt, führt der Wülfrather Lichtspezialist dazu aus. Kurzwelliges, blaues Licht ist energiereicher als langwelliges, rotes Licht, erläutert das Unternehmen. Weiße LEDs, die aus blauen LEDs durch Beschichtung der Linse weiß erscheinen, emittieren sonnenähnliches Licht, das jedoch nicht den spektralen Eigenschaften des Sonnenlichts entspricht. Nur durch Mischung verschiedener LEDs könne ein sonnenähnliches Lichtspektrum erzeugt werden.

LED in einigen Anwendungsbereichen hervorragend einsetzbar

Doch trotz aller Kritik lässt sich LED nach Ansicht von DH Licht in einigen Anwendungsbereichen hervorragend einsetzen:

  • überall dort, wo die direkte Wärmestrahlung nicht erwünscht ist
  • in Klimakammern, wo die Regelung von Temperatur und Feuchte kein Problem darstellt
  • als Zusatzbelichtung in Gewächshäusern bei Obst- und Gemüsesorten in Verbindung mit Natriumdampf- oder Keramik-Metallhalogendampfleuchten und für Salate und Kräuter in Mehrlagenkulturanlagen

Letztendlich komme es auf die ehrliche und objektive Beratung an, ob ein Gartenbau-Betrieb auf LED umstellen kann oder lieber bei konventioneller Belichtung mit Natriumdampf oder Keramik-Metallhalogendampf bleiben sollte.