Grüne Branche

Gartenbau: Mehrwegtrays statt Einwegpaletten

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Rund 90 Prozent der Transportpaletten im Gartenbau sind derzeit noch Einwegprodukte. Doch der Druck, Plastik aus Umweltschutzgründen zu vermeiden, wächst auch in der Grünen Branche zunehmend. Floritray bietet deshalb jetzt Mehrwegtrays für Blumen und Pflanzen an. Landgard hat bereits seine Unterstützung beim Aufbau eines geschlossenen Produktkreislaufs zugesagt.

Die neuen Mehrwegtrays von Floritray sind voll recycelbar und werden aus Polypropylen hergestellt. Foto: Landgard

Neues Mehrwegsystem will Produktion, Groß- und Einzelhandel einbeziehen

Das neue Mehrwegsystem soll nach Angaben von Floritray alle Systemteilnehmer miteinbeziehen – Produzenten von Blumen, Pflanzen und Kunststoffartikeln ebenso wie den Groß- und Einzelhandel. Der Systemanbieter will dabei als Inverkehrbringer der Floritrays fungieren, die „von allen Marktteilnehmern der Grünen Branche erworben, eingesetzt und trotz ökologischer Vorteile zu günstigeren Konditionen als bei den bekannten bisherigen Einwegpaletten im Vermarktungsprozess gehandelt werden können“.

Der neuartige und einheitliche Mehrwegtray besteht nach Angaben von Floritray – die neben dem Verkauf der Paletten an die Marktteilnehmer unter anderem auch das Waschen, Reinigen und Ersetzen der Trays sowie Pooling/Bestandsübersicht übernehmen wollen – zu 100 Prozent aus recyceltem Polypropylen (PP). Das Ausgangsmaterial für die Floritrays stammt dabei nach Herstellerangaben ausschließlich aus dem Gelben Sack.

Floritrays sollen kompatibel mit gängigen Transportsystemen sein

Die Mehrwegpaletten sollen sich auf allen bekannten Transportsystemen wie CC-Container, EC-Container, Blumenwagen, Europalette sowie im Einfach- und/oder Doppelkarton einsetzen. Jeder Floritray verfügt über eine Wasserführung mit sieben Millimetern Höhe.

In einer Nestung mit 6er, 8er, oder 12er Cup-Größen können Töpfe in mehreren Größen und mit unterschiedlichem Neigungswinkel gestellt werden, wodurch sich die Gesamtzahl unterschiedlicher Paletten reduzieren soll. Die einzelnen Töpfe werden in den Trays laut Hersteller durch Federelemente stabilisiert, um einen sicheren Stand der Topfpflanzen beim Transport zu gewährleisten.

Landgard ruft Branche auf, beim Floritray-System mitzumachen

Landgard will sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie aktiv für den Aufbau eines geschlossenen Produktkreislaufs mit den neuen Mehrwegtrays einsetzen. „Das neue System auf Basis der Mehrwegtrays von Floritray ist ein deutliches Signal der Grünen Branche an die Politik, an NGOs und an die Endverbraucher, dass die Branche ihrer Verantwortung gerecht wird, Plastik- und Kunststoffartikel wiederzuverwerten und soweit wie möglich einzusparen“, sagt Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG.

Entsprechend rufe die Erzeugergenossenschaft die Unternehmen der Grünen Branche dazu auf, sich an dem neuen Floritray-System zu beteiligen. „Nur gemeinsam können wir etwas erreichen und Nachhaltigkeit geht uns alle an. Lassen Sie uns agieren statt reagieren und treiben statt getrieben zu werden. Es gilt jetzt, die noch offenen Punkte schnellstmöglich zu klären, weiter zu informieren und dann konsequent zu starten“, so Rehbergs Appell.

Royal FloraHolland wegen Kunststofftrays vor Gericht

Indessen muss sich Royal FloraHolland gegen den Vorwurf verteidigen, den Einsatz von Mehrwegtrays für Pflanzen nicht ausreichend zu fördern. Die Anhörungen vor dem Amsterdamer Gericht sollen Medienberichten zufolge am 28. Mai starten, aussagen müssen unter anderem der CEO der Royal FloraHolland, Steven van Schilfgaarde, sowie der frühere Geschäftsführer der Versteigerung, Timo Huges.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Medienberichten zufolge der Blumen- und Pflanzengroßhändler Frans Timmermans, der sich für die Entwicklung eines mehrfach verwendbaren und pfandpflichtigen Kunststofftrays eingesetzt hatte. Seiner Auffassung nach habe Royal FloraHolland Ausbau und weitere Entwicklung des von ihm mitentwickelten Mehrwegtrays Floratino bewusst verzögert, um Timmermans den zuvor vertraglich vereinbarten Gewinnanteil nicht zahlen zu müssen.

Royal FloraHolland hingegen beruft sich laut Medienberichten auf seine „gute und nachhaltige Erfolgsbilanz“ und die zu Jahresbeginn reduzierten Sätze für mehrfach verwendbare Pflanzentrays. Dadurch sei die Nutzung des Floratino im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen.