Grüne Branche

Gartenbau: Mithilfe von Software die gesamte Produktion planen

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Auch im Produktionsgartenbau geht ohne Software heutzutage gar nichts mehr. Aber was genau macht sie dort? Die TASPO zeigt das am Beispiel der Software Grünplan und sprach mit Andreas Schachtner, Geschäftsführer des Softwarehauses fachgrün.

Welche Vorteile ergeben sich für den Gärtner durch den Einsatz einer EDV-gestützten Planung und Kalkulation mit Grünplan?

Durch den Einsatz einer Software wie Grünplan lässt sich die gesamte Produktion eines Betriebs und der daraus resultierenden Materialflüsse, Arbeitsaufwände, der Flächenbedarf und die zu erwartenden Kosten und Umsätze vor der eigentlichen Produktion planen. Das Produktionsprogramm lässt sich bezüglich Sortenzusammenstellung, vorliegenden Bestellungen, Flächen, Arbeitsstunden- und Materialbedarf, Energieaufwand, Gemeinkostenbelastung, Gewinnerwartung und diversen anderen Parametern zusammenstellen und kalkulieren.

Der Anwender kann mit dieser Planung jederzeit Aussagen zur bereits verplanten Fläche treffen. Es lassen sich wochengenau Aussagen zum Material, Stecklings- oder Vermehrungsmaterialbedarf treffen und daraus Bestellungen generieren.

Aus den Angaben der Kulturplanung und den Gemein-, Heiz- und Lohnkosten des Betriebs berechnet Grünplan für jede geplante Kultur verschiedene Kennzahlen, welche Aufschluss über die Produktionswürdigkeit der Kultur geben. Es kalkuliert die anzustrebenden Preisuntergrenzen jeder Kultur und versetzt den Gärtner somit in die Lage, seine Kulturen, sein gesamtes Produktionsprogramm oder auch einzelne Produktionsverfahren objektiv zu bewerten und eventuell anzupassen.

Was kommt nach der Planung und Kalkulation?

Die Planung wird im Betrieb umgesetzt! Grünplan bietet dem Gärtner zahlreiche Tools, um den Plan für alle Beteiligten (Planer, Meister, Mitarbeiter) transparent darzustellen, seien es nun Flächenbelegungspläne, Arbeitslisten, Arbeitsverfahren der einzelnen Kulturen oder Lieferzeitpläne der Jungpflanzen/Materialien. Dabei kann der Plan während der Durchführung (Produktion) leicht angepasst und/oder erweitert werden.

In diesem immer wiederkehrenden Prozess verbessert man kontinuierlich seine Planungsgrundlagen und dokumentiert gleichzeitig seine Produktion. Diese Dokumentation ist eine sehr gute Grundlage für Zertifizierungen zum Beispiel nach GlobalGAP/MPS/ISO. Durch die Eingabe von Realdaten, beispielsweise Arbeitszeiten über das Grünplan-eigene Zeiterfassungssystem TimeSheet-Server, Bestands- und Schadbildern, Bemerkungen zu Sorten und ähnliches und allen Pflanzenschutzanwendungen (inklusive aller gesetzlichen Vorgaben) entsteht ein Datenbestand, welcher zur Nachkalkulation und als „Betriebsgedächtnis“ nutzbar ist. Außerdem lassen sich die während der Produktion verbesserten Planungsdaten im Folgejahr leicht wiederverwenden.

In der neuen Version Grünplan 12.1 Server bieten wir zusätzlich die Möglichkeit, die Klimadaten von RAM und ELAU-Klimarechnern im Kulturverlauf anzuzeigen. Der Anwender hat so sehr leicht einen Überblick, bei welchen Temperaturen seine Kulturen tatsächlich produziert wurden, welche Temperaturen bei einer Pflanzenschutzanwendung herrschten und so weiter. Die automatisierte zeitgesteuerte Aufnahme von IP-WebCam-Bildern (zum Beispiel im/über dem Bestand) und deren Zuordnung zu den entsprechenden Kulturen/Produktionsflächen erweitern bei Bedarf zusätzlich die Datenbasis des Betriebes.

Neu ist auch die Möglichkeit, beliebige sogenannte DashBoards zusammenzustellen, welche tagesgenaue Informationen darstellen können. Es lassen sich Flächenbelegungen (als Betriebsgrundriss), produzierte Kulturen, geplante Arbeitsschritte, Warenein- und -ausgang, Materialbestände, Klimadaten, Kamerabilder und noch mehr beliebig kombiniert einsetzen. In der Server-Version können bis zu 20 verschiedene DashBoards genutzt werden.

Wohin die Entwicklung bei Software im Produktionsgartenbau geht, lesen Sie in unserem kompletten Interview mit fachgrün-Geschäftsführer Andreas Schachtner in der TASPO 51/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.