Gartenbau NRW: Sorgenvoller Blick in die Zukunft

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Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf mit den neuen Vizepräsidenten Eddi Kronenberg (Mitte) und Andreas Plum. Foto: Gartenbau NRW

Der Landesverband Gartenbau NRW hat bei seiner Delegiertenversammlung das vergangene Jahr Revue passieren lassen und blickt auf ein kommendes Jahr voller Herausforderungen. Zudem wurden in der Verbandsspitze personelle Wechsel vollzogen.

Pandemie stärkt Wertschätzung der Grünen Branche 

Unter den Einflüssen der Corona-Krise hatten zahlreiche Branchen zu leiden und spüren die Auswirkungen auch heute noch enorm. Der Grünen Branche brachte die Pandemie allerdings auch mehr Wertschätzung in der Bevölkerung entgegen, zudem profitierte man von einer guten Nachfrage. Die Branche konnte sich nicht zuletzt mit eigenen kreativen Lösungen einen deutlichen Digitalisierungsschub verschaffen. Auch die von der Landesregierung NRW ermöglichten Verkaufsöffnungen im Zuge der Einschränkungen aufgrund der Pandemie hatten positive Auswirkungen auf die Branche, so dass Pflanzen an den Kunden gebracht werden konnten und nicht wie im vorherigen Jahr zahlreich vernichtet werden mussten.

Sorgenvoller Blick auf zukünftige Herausforderungen

Trotz dieser positiven Vorzeichen blicke man sorgenvoll in die nahe Zukunft im nächsten Jahr. Vor allem die steigenden Kosten bei Energie und Betriebsmitteln bereite den Gartenbauunternehmen große Herausforderungen. Zudem seien auch die sinkende Zahl zugelassener Pflanzenschutzmittel und die Torfminderungsstrategie mit vielen Anstrengungen für die Betriebe verbunden. Des Weiteren befürchte man auch keinerlei Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, vielmehr erwarte man eine Verschärfung des Fachkräftemangels. „Der Gartenbau ist auf einem guten Weg. Wir produzieren immer nachhaltiger und suchen weiterhin immer bessere Lösungen. In Anbetracht der vielen Baustellen, die wir vor uns haben, bin ich sehr froh, dass wir uns im Januar wieder persönlich auf der IPM treffen können. Um im fachlichen Austausch innovative Impulse setzen zu können“, blickt Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes auf die Internationale Pflanzenmesse in Essen im kommenden Jahr.

„Leistungen der gärtnerischen Unternehmen entsprechend entlohnen“

Vor dem Hintergrund einer neuen Regierungsbildung richtete auch ZVG-Präsident Jürgen Mertz eine klare Forderung an die Politik. „In der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ist deutlich geworden, dass die aktuellen Herausforderungen zum Klima- und Umweltschutz nur gemeinsam von Wirtschaft und Gesellschaft gestemmt werden können. Die Leistungen der gärtnerischen Unternehmen müssen dabei entsprechend entlohnt werden. Bei den anstehenden Transformationsprozessen benötigt der Gartenbau Unterstützung von Seiten der Politik“, so Mertz.

Personelle Wechsel in Verbandsspitze

An der Spitze des Verbandes wurden bei der Delegiertenversammlung in Essen zudem neue Vizepräsidenten gewählt. Ausgeschieden sind Fritz Mölders und Helmut Rüskamp, die für ihre langjährigen Verdienste auf Landes- und Bundesebene zusammen mit Matthias Bremkens mit der Ehrennadel für besondere Verdienste in Gold ausgezeichnet. Als Nachfolger von Mölders und Rüskamp wurden Eddi Kronenberg aus Krefeld und Andreas Plum aus Heinsberg als neue Vizepräsidenten gewählt. Des Weiteren wurde Jürgen Winkelmann nach über 30 Jahren als Verbandsdirektor verabschiedet. Ab Januar 2022 werde Christin Haack die alleinige Geschäftsführung übernehmen. „Mit Jürgen Winkelmann hatte die Gartenbaubranche nicht nur jahrzehntelang einen sachverständigen Vertreter hier in NRW, sondern auch auf Bundesebene. Ob im Tarif- oder Arbeitsrecht, bei der Internationalen Pflanzenmesse, Gartenschauen oder die zukunftsfähige Ausrichtung des Verbandes – Jürgen Winkelmann war immer mit vollem Einsatz dabei und in einer freundlichen und vertrauensvollen Weise, die wir immer zu schätzen wussten. Dafür kann ich mich nur, im Namen aller, von ganzem Herzen bedanken“, richtete Eva Kähler-Theuerkauf das Wort an Winkelmann, der sich in den Ruhestand verabschiedet.