Grüne Branche

Gartenbau-Studium in Geisenheim: „Unser Credo lautet ‚Plants first‘!“

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Das Curriculum des Bachelor-Studiengangs Gartenbau an der Hochschule Geisenheim wurde modernisiert. Neu ist zum Beispiel die Vertiefungsrichtung „Urbanes Grün“. Studiengangleiterin Eike Kaim erläuterte im Gespräch mit der Deutschen Baumschule einige Änderungen.

„Plants first“ lautet das Credo an der Hochschule Geisenheim, weshalb die die gartenbaulichen Produktionssysteme und -sparten im Gartenbau-Studium im Vordergrund stehen. Foto: Screenshot YouTube

Wie würden Sie das Profil des Gartenbau-Studiums in Geisenheim beschreiben?

Der siebensemestrige Bachelor-Studiengang ist auf drei Schwerpunkte ausgerichtet, von denen die Studierenden im Profilstudium ab dem fünften Semester zwei kombinieren: „Nachhaltige Produktion“, „Handel, Dienstleistung und Management“ und „Urbanes Grün“. Die klassischen Bereiche Produktion sowie Handel und Dienstleistung wurden dabei moderat erweitert – zum Beispiel um die Themen Großhandel und Friedhofsgartenbau in der Vertiefung Handel/Dienstleistung.

Mit dem neuen Schwerpunkt Urbanes Grün haben wir einen gesellschaftlich relevanten Themenbereich hinzugenommen – in einer urbaner werdenden Welt hat Stadtgrün eine immer wichtigere Funktion. Inhaltlich geht es in dieser Vertiefung zum Beispiel um Bepflanzungsplanung oder Gebäudebegrünung.

Eine weitere Stärke des Studiums an der Hochschule Geisenheim ist das breite Angebot an Wahlmodulen, aus dem die Studierenden auswählen und so eigene Akzente setzen können.

Was sind die Besonderheiten des Curriculums in Geisenheim?

Unser Credo lautet „Plants first“! Im Vordergrund stehen die gartenbaulichen Produktionssysteme und -sparten. Wer ein Gartenbau-Studium beginnt und dann erst einmal geballt mit Chemie, Physik und Mathematik konfrontiert wird, kann schnell die Lust verlieren. Deshalb haben wir diese Naturwissenschaften auf die ersten drei Semester, das Basisstudium, verteilt – so wird das Ganze „studierbarer“.

Weitere wichtige Grundlagen vermitteln wir in Bodenkunde und Pflanzenernährung, Botanik, Phytomedizin, Pflanzenökologie sowie Technik und Digitalisierung. Das Technik-Modul haben wir mit der Aufnahme der Digitalisierung deutlich erweitert und an den technischen Fortschritt angepasst. Digitale Inhalte umfassen etwa die Bereiche Sensortechnik, Robotik oder Grundlagen zum Globalen Positionsbestimmungssystem (GPS).

Neu ist unser Orientierungsmodul im dritten Semester. Dort bekommen die Studierenden eine Einführung in die drei Schwerpunkte des Profilstudiums. Vorlesungen und Tagesexkursionen werden regelmäßig durch Vorträge zum Berufsfeld ergänzt: Erfahrene Praktiker aus verschiedenen Bereichen des Gartenbaus berichten aus ihrem Arbeitsalltag. So bekommen die Studierenden eine breite Informationsbasis, um sich für die Vertiefungsrichtungen zu entscheiden.

Vor die Schwerpunktbildung ist im vierten Semester ein halbes Jahr Praktikum geschaltet. Was spricht für diesen Studienaufbau?

Wir haben uns bewusst entschieden, die Dauer der Praxisphase bei einem kompletten Semester zu belassen. Die Rückmeldungen der Studierenden und auch der Branche belegen, wie wichtig eine ausreichend lange Praxisphase mit intensiver Mitarbeit in einem Betrieb ist. Ziel ist, dass die Studierenden mit gartenbaulichen Fragestellungen aus der Praxis an die Hochschule zurückkehren und diese dann im Profilstudium weiter bearbeiten. In zunehmendem Maße nutzen die Studierenden eines Jahrgangs das Praxissemester übrigens für ein Auslandspraktikum – in Betrieben von Kanada bis Neuseeland.

Das komplette Interview mit Studiengangleiterin Eike Kaim lesen Sie in der Deutschen Baumschule 5/2019. Darin erfahren Sie unter anderem, was es mit dem „Geisenheimer Pflanzenschein“ auf sich hat und wie man sich für das Gartenbau-Studium bewerben kann.