Grüne Branche

Gartenbau trifft Wirtschaftspolitik

Gartenschauen und Grün-Initiativen als Chancen der Stadt- und Regionalentwicklung nutzen!  

Erstmalig ist der Wirtschaftsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages am 17. August 2011 einer Einladung der Arbeitsgemeinschaft Landesgartenschau (ALG) Schleswig-Holstein e.V. gefolgt, die Landesgartenschau (LGS) Norderstedt zu besuchen. Im Rahmen des gemeinsamen Besuches wurde in einem Gespräch über Grünpolitik und die Bedeutung von Gartenschauen für die Regionalentwicklung diskutiert.

ALG Vorsitzender Andreas Lohff überreicht Bernd Schröder, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landes S-H einen Ginkgo als Symbol für mehr Grün in Städten.

Dabei forderte die Gartenbaubranche die Politik auf, Potenziale von Gartenschauen und regionalen Grün-Initiativen („Entente Florale“, „DIE GRÜNE STADT“) noch besser für die Stadt- und Regionalentwicklung im Norden zu nutzen.  

Bernd Schröder (SPD), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags, zeigte sich im Namen der Abgeordneten beeindruckt: "Landesgartenschauen sind auch aus fachlicher Sicht des Wirtschaftsausschusses ein hervorragendes Beispiel für die mögliche Vernetzung der Themen Natur, Umwelt- und Naherholung mit dem Ausbau von Infrastruktur und Wirtschaftspolitik." Die Landtagsabgeordneten überzeugten sich vor Ort davon, dass mit dem Ausstellungspark in Norderstedt zukünftig ein bedeutsamer Standortfaktor in der Metropolregion entsteht. Schröder: "Norderstedt zeigt eindrucksvoll, das Landesgartenschauen einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung leisten können." 

Andreas Lohff, ALG -Vorsitzender und Präsident des Gartenbauverbandes Nord e.V., verwies auf die Bedeutung des gartenbaulichen Berufsstandes für diese Leistung: "Pflanzen sind für uns Menschen nicht nur ästhetisch von Bedeutung, ihre Verwendung im öffentlichen und privaten Grün hat eine ökonomische, gesundheitliche und soziale Funktion. Wir möchten diese Erkenntnis bei Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung stärker verankern. Der Besuch der Landtagsabgeordneten des Wirtschaftsausschusses trägt wesentlich dazu bei." Der Gartenbau in Schleswig-Holstein umfasst 2.000 Betriebe mit 14.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 650 Mio. EUR. 300 Betriebe sind als Baumschulen im Kreis Pinneberg, einem der größten geschlossenen Baumschulgebiete Europas, konzentriert.  

Dass im Zuge der Landesgartenschau ein attraktives Naherholungsgebiet entstanden ist – ist ein Gewinn für mindestens die nächsten 30 bis 40 Jahre“, zieht Gartenschau-Geschäftsführer Kai Jörg Evers positiv Bilanz. „Bei allen Planungen für 172 Tage Landesgartenschau Norderstedt stand von Beginn an auch die Gestaltung des dauerhaften Stadtparks im Fokus, denn eine Gartenschau ohne ein tragfähiges Nachnutzungskonzept ist nicht sinnvoll. Wichtige Bausteine wurden frühzeitig im Nachnutzungskonzept festgeschrieben – das sind unter anderem eine dauerhafte Gastronomie am See, die Wasserskianlage, das Strandbad sowie Spielplatzangebote und Umweltbildung für Kinder und Familien. Es besteht kein Zweifel, dass für uns die Gartenschau eine wichtige Maßnahme der Stadtentwicklung und Förderung des Wirtschaftsstandortes Norderstedt ist und zur Imageerweiterung als Stadt mit hohem Freizeitwert beigetragen hat."   

Während der internen Gesprächsrunde stellte Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer des BdB Landesverbandes, die Stiftung: „DIE GRÜNE STADT“ vor, deren Zweck die Förderung des Umweltschutzes, der Wissenschaft und Forschung sowie des bürgerschaftlichen Engagements ist. DIE GRÜNE STADT möchte ein Bewusstsein für „Grün“ schaffen, das Voraussetzung für ein breit getragenes Engagement für mehr Grün in Städten und Gemeinden ist. Dafür werden Projekte vorgestellt, Forschungsergebnisse und Studien gesammelt, Adressen und Links gebündelt, eine Plattform für Erfahrungsaustausch angeboten, Argumente für mehr Grün in der Stadt gesammelt, um diese dann über Symposien, Vorträge, Publikationen und Pressearbeit zu kommunizieren.





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