Gartenbau-Versicherung: 2021 besonders schadenreiches Jahr

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Bei der Mitgliedervertreter-Versammlung der Gartenbau-Versicherung wurde unter anderem der Geschäftsbericht 2021 präsentiert, außerdem wurden turnusgemäß neue Mitgliedervertreter gewählt. Neu in das Gremium aufgenommen wurden per Wahl Jochen Engelhard aus Alzenau, Heiko Hagdorn aus Eberdingen und Johannes Schmidt aus Königslutter. In ihren Ämtern bestätigt wurden die Gartenbau-Unternehmer Frank Werner aus Niederkassel, Ute Martin aus Zwenkau und Jens Schachtschneider aus Neerstedt. Foto: Nathalie Zimmermann/GeVau

Die Gartenbau-Versicherung unterstützte ihre Mitgliedsbetriebe im vergangenen Jahr mit besonders hohen Schadenleistungen – jedes vierte Mitglied habe 2021 einen Schaden gemeldet, so die Bilanz des 175. Geschäftsjahrs, die auf der Mitgliedervertreter-Versammlung in Frankfurt am Main präsentiert wurde.

„Durchaus ein Ergebnis mit Symbolcharakter“

2021 zählte der Gartenbau-Versicherung zufolge mit einer Brutto-Schadenquote von 76,8 Prozent zu den besonders schadenreichen Jahren. Insbesondere Schnee, Sturm und Hagel in Deutschland sorgten demnach im vergangenen Jahr dafür, dass am Ende lediglich ein moderates Plus von 2,0 Millionen Euro in die Rücklagen überführt werden konnte. „Dies ist durchaus ein Ergebnis mit Symbolcharakter“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Manfred Klunke, der auf der Mitgliedervertreter-Versammlung am 5. Juli nicht nur die Geschäftsentwicklung präsentierte, sondern auch den Staffelstab an Vorstandsmitglied Christian Senft als seinen Nachfolger übergab.

Höchste Brutto-Schadenquote im Zehn-Jahres-Mittel

Insgesamt 3.200 der rund 14.300 Mitglieder mussten Klunke zufolge im vergangenen Jahr einen Schaden melden. Mit 86 Prozent sei die Brutto-Schadenquote im Heimatmarkt Deutschland sogar die höchste im Zehn-Jahres-Mittel gewesen. Verantwortlich dafür waren unter anderem teils dramatische Ereignisse durch Schneedruckschäden, Überschwemmungen und Stürme, die Klunke zufolge insbesondere im Bundesgebiet einige Regionen besonders schwer getroffen hätten. Mehrere bedeutende Unwetterserien habe es 2021 aber auch in Italien gegeben, wie schwere Hagelschläge über mehrere Tage rund um Bergamo im Sommer oder Starkregen und Sturm auf Sizilien im Herbst.

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen der Gartenbau-Versicherung für alle Mitgliedsbetriebe im Direktgeschäft lagen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei 50,2 Millionen Euro, was 13,6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr gewesen seien.

Wachstum trotz hoher Schäden

Trotz der hohen Schäden zeigte sich die Gartenbau-Versicherung jedoch zufrieden mit ihrem Jubiläumsjahr und der positiven Beitragsentwicklung. So wurde den Angaben zufolge mit gebuchten Bruttobeiträgen von 102,0 Millionen Euro erstmals in der 175-jährigen Geschichte der Gartenbau-Versicherung die 100-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Deutliche Beitragszuwächse wurden demnach vor allem in den Auslandsmärkten (plus 9,5 Prozent) sowie im indirekten Geschäft (plus 20,7 Prozent) erzielt, das zum weitaus größten Teil auf die Kooperation mit der Vereinigten Hagelversicherung zurückgehe. Auf Zweigebene habe vor allem die Sturmversicherung besonders zugelegt (plus 7,9 Prozent), das gesamte Wachstum beziffert die Gartenbau-Versicherung auf 8,7 Prozent.

Das Versicherungsgeschäft in Deutschland habe hingegen erwartungsgemäß auf hohem Niveau stagniert – die Mitglieder- und Policenzahl habe 2021 durch den Strukturwandel im Gartenbau geringfügig abgenommen und damit den Abwärtstrend der letzten Jahre fortgesetzt. Gleichzeitig seien Versicherungssummen und Beitragsvolumen unter anderem durch höhere Marktwerte der Kulturen leicht angestiegen.

Beitragssteigerungen auch für 2022 erwartet

Beitragssteigerungen werden auch für das laufende Jahr 2022 erwartet, wie der designierte neue Vorstandsvorsitzende Christian Senft im Anschluss erklärte – das Gesamtvolumen wird demnach aktuell mit 108,1 Millionen Euro prognostiziert. Bei den Schäden habe bislang das große Sturmereignis im Februar hervorgestochen, das vor allem in den Niederlanden, aber auch in Deutschland und Frankreich Schäden von insgesamt 9,0 Millionen Euro verursacht hatte. Daneben habe es 2022 auch schon etliche weitere Sturm- und Hagelschäden gegeben, dazu einen Großbrand sowie erhebliche Schäden durch Quarantäneschaderreger.