Grüne Branche

Gartenbau-Versicherung: Bilanz 2007 zur Mitgliedervertreter-Versammlung

Wiesbaden. In der Hagelversicherung (Gartenbau-Betriebsversicherung für Gewächshäuser und Mehrgefahrenversicherung Freiland) stiegen die Beiträge 2007 gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 15,3 Millionen Euro. Für Schäden wendete die Versicherung 9,5 Millionen Euro auf, die Schadenquote betrug 62 Prozent, erklärte Michael J. Baumeister, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung VVaG, den Mitgliedervertretern bei deren Versammlung am 1. Juli 2008 in Wiesbaden.

Mitte Januar 2007 richtete Sturm "Kyrill" große flächendeckende Schäden auch im Gartenbau an. Allerdings waren Italien, Frankreich und die Schweiz ganz im Gegensatz zu Deutschland und den Niederlanden kaum betroffen. Diesem Ereignis waren 80 Prozent der Jahressturmschäden (8,9 von 11,0 Millionen Euro) zuzurechnen, sagte Baumeis-ter. Dennoch war es bezüglich der Schadenquote "nur" der dritthöchste Wert nach "Wiebke" 1990 und "Lothar" 1999.

Die Brutto-Schadenquote für Sturm bezifferte Baumeister auf 94,1 Prozent, die Netto-Quote auf 64,4 Prozent, da Rückversicherer Zahlungen leisteten. Die Beiträge stiegen im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um 28,5 Prozent auf 11,7 Millionen Euro, vor allem wegen der relativ höheren Sturmgefahr in den Niederlanden.

Bei der Feuerversicherung war ein Beitragswachstum um 31,2 Prozent auf 5,2 Millionen Euro zu verzeichnen, allerdings lagen die Schadenquote bei 69,4 Prozent und die Schadenleistung bei 3,6 Millionen Euro. Die seit 2006 vorgeschriebenen schwer entflammbaren Schirmmaterialien zeigten bei verschiedenen Schadensfällen ihre Wirksamkeit.

Insgesamt sei 2007 ein Jahr mit mittelschweren Schäden gewesen, sagte Vorstandsmitglied Georg-W. Bruns. Die Schadenleistung (direkt, alle Zweige, brutto) belief sich auf 27,3 Millionen Euro, die Brutto-Schadenquote im Gesamtgeschäft lag bei 67,7 Prozent (brutto im Direktgeschäft 67,9 Prozent, netto nach Rückversicherung 60,3 Prozent). Im Europa-Geschäft betrug die Schadenquote 74,4 Prozent.

In Bezug auf Gewächshausschäden war 2007 "eher ruhig". Hagelschäden habe es 2007 auch in Frankreich gegeben. Bei Überflutungen durch Starkregen sei über die vergangenen Jahre wohl ein Anstieg zu verzeichnen, eventuell ein Hinweis auf den Klimawandel. Diese Schäden deckt die "Mehrgefahrenversicherung Freiland" ab, während Schäden durch Staunässe unversichert sind, so Bruns. Selbst wenn es zunehmende Schäden durch den Klimawandel geben sollte, werde dieser Effekt überlagert durch die gestiegenen Qualitätsanforderungen des Handels, sagte Bruns. Beschädigte Ware sei heute eher unverkäuflich, was sich auf die Schadensquoten auswirke.