Grüne Branche

Gartenbau: Wettbewerb um Nachwuchs bestehen

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus ruft den Gartenbau in Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Forschung zu intensivieren. Nur so könne man in der zunehmenden Konkurrenz um die Nachwuchsgewinnung bestehen.

Für den Gartenbau in Mecklenburg-Vorpommern wird der Wettbewerb um Nachwuchskräfte steigen, so Backhaus. Foto: Fotolia Alexander Spoerr

Die Zukunftsfähigkeit des Gartenbaus sei laut Backhaus eine wichtige Grundlage, um Nachwuchs für den Wirtschaftszweig zu interessieren und dann auch zu binden. „Uns muss heute allen klar sein, dass sich in Anbetracht des demografischen Wandels der Wettbewerb um die klügsten und tüchtigsten Köpfe weiter intensivieren wird, damit die Landwirtschaft und damit der Gartenbau weiterhin bestehen können. Nur mit einer guten Ausbildung und fairen Löhne können wir dem entgegenwirken. Hier sind Politik und Wirtschaft gleichermaßen gefragt“, sagte Backhaus gestern während der Mitgliederversammlung des Gartenbauverbands Nord.

250 Gartenbaubetriebe wirtschaften auf über 5.000 Hektar

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 250 Gartenbaubetriebe, wie aus einer Pressemeldung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern hervorgeht. Die Unternehmen bewirtschaften eine Fläche von 5.017 Hektar.

„Der Gartenbau hat in Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition, ist aber nicht so strukturbestimmend wie in anderen klimatisch begünstigten und dicht besiedelten Regionen Deutschlands. Daher muss die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Forschung intensiviert werden, um den Gartenbau weiter voranzubringen, aber auch um den zunehmenden Wettbewerb um den Nachwuchs bestehen zu können“, führte Backhaus weiter aus.

Gartenbau weiter durch moderne und innovative Konzepte stärken

Um den Gartenbau weiter zu stärken, müssen weiterhin moderne und innovative Konzepte erarbeitet werden. Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung im Gartenbau waren daher Gründe für die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Norddeutschen Kooperation. Als eines von 8 Kompetenzzentren ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Kompetenzzentrum für Freilandgemüse entstanden, was an die Landesforschungsanstalt angegliedert ist.

„Die Teilnahme von unserem Bundesland an der Kooperation durch Aufbau des Kompetenzzentrums Freilandgemüsebau ermöglichte sämtlichen Gärtnern in Mecklenburg-Vorpommern den Zugang zu hochwertigen und aktuellen Informationen sowie die Möglichkeit der Mitbestimmung von Versuchsinhalten“, hob Dr. Backhaus hervor.

Die durchschnittliche Fläche der Gartenbaubetriebe betrage fast 20 Hektar. Damit lässt Mecklenburg-Vorpommern den bundesweiten Durchschnitt von etwas über sechs Hektar deutlich hinter sich. Backhaus hob hervor, dass die Umsätze des vergangenen Jahres deutlich besser gewesen seien als noch 2013. Er führe die Entwicklung auf Anstieg der Verbraucherpreise für Frischgemüse um drei Prozent zurück.

Preise für Äpfel im Gegensatz zur Ernte wenig erfreulich

Weniger erfreulich sei die Entwicklung der Preise für Äpfel zu deuten. Gegenüber dem Vorjahr legte die Erntemenge um 43 Prozent zu, die Verkaufspreise allerdings gingen in den Keller, da die Ernten auch EU-weit sehr ertragreich waren. „Inzwischen hat sich der Markt jedoch stabilisiert und es wurden durch neue Produkte neue Märkte erschlossen“, so der Minister. Auch der ZVG hatte während der IPM schon auf das „Problemkind deutscher Apfel“ aufmerksam gemacht und seinen Messeauftritt ganz in den Zeichen der Frucht gestellt. (ts)