Grüne Branche

Gartenbauabsolventen stark gefragt

Die diesjährige Internationale Pflanzenmesse (IPM) wurde von den Ausstellern nicht nur genutzt, um Neuheiten zu präsentieren, sondern auch dazu, durch Stellenausschreibungen auf offene Stellen aufmerksam zu machen, so die Veranstalter des Gemeinschaftsstandes von Hochschulen mit gartenbaulichem Studium. Viele Firmen fragten direkt nach Absolventen am Informationsstand oder bei den Gesprächen. Häufig waren sogar mehrere Stellen zu besetzen. Absolventen bestätigten auch, dass sie sich zurzeit einen Job aussuchen können und dass sich auch beim Gehalt gut verhandeln lässt. 

Beratungsgespräch mit Studieninteressenten. Foto: Walter Holbeck/ZVG

Daneben verweisen die Veranstalter des Hochschulstandes auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit, wonach die Zahlen der Arbeit suchenden Gartenbau-Diplomingenieure beziehungsweise Bachelor oder Master in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. Wurden 2008 deutschlandweit 412 erwerbslose Gartenbauingenieure registriert, waren es 2011 nur noch 272. Dieser Trend zeigt sich ebenso in den Regionen Mitteldeutschlands, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Von 2008 bis 2011 sank die Zahl der registrierten erwerbslosen Gartenbauingenieure um rund 37 Prozent auf rund 60 Arbeitsuchende, von 2005 bis 2011 sogar um rund 80 Prozent.

Daneben wird auf einen Artikel im VDL-Journal 6/2011 verwiesen, wonach der Gartenbau einen massiven Fachkräftemangel zu erwarten hat. Diese Prognose werde hauptsächlich den Produktionsgartenbau treffen und weniger den Garten- und Landschaftsbau. Dieser habe einen anstehenden Fachkräftemangel durch die Gründung des Ausbildungsförderwerkes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (AuGaLa) verhindern können. Die Initiierung eines ähnlichen Modells für den Produktionsgartenbau wäre ein möglicher Schritt, dem prognostizierten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, heißt es weiter. Ebenso wichtig sei die Eigeninitiative der Studierenden, beispielsweise über Praktika Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern zu knüpfen. Auch durch Arbeit in einem Verband könnte Kontakt zu Unternehmen entstehen. Auf dieser Basis dürfte dem beruflichen Erfolg nach dem Studium nichts mehr im Wege stehen. (ts/htw)