Gartenbautag: ZVG zieht Bilanz und vergibt Auszeichnungen

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer legte bei seiner Rede anlässlich des Deutschen Gartenbautags den Einsatz des Verbands für die Belange der Branche dar. Foto: ZVG

Der anhaltende Fachkräftebedarf im Gartenbau, die weiterhin dramatische Situation beim Pflanzenschutz und natürlich die Energiekrise – diese Themen sprach ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer bei der internen Mitgliederversammlung des Verbands am vergangenen Freitag an. Außerdem vergab der ZVG mehrere Auszeichnungen für engagierte Branchenkollegen und -begleiter.

Betriebe sollen bestmöglich durch den Winter kommen

Die gärtnerischen Betriebe sollen trotz Energiekrise bestmöglich durch den bevorstehenden Winter kommen, erklärte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer in seiner Rede bei der internen Mitgliederversammlung des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), die am 16. September im Rahmen des Deutschen Gartenbautags in Erfurt stattfand. Dafür werde der ZVG in den kommenden Monaten alles in seiner fachlichen und politischen Arbeit daransetzen. Fleischer verwies laut ZVG-Mitteilung auf zahlreiche bereits geführte formelle und informelle Gespräche mit Politik und Behörden auf Bundes- und Landesebene, in denen sich der Verband massiv für die Berücksichtigung des Gartenbaus eingesetzt habe – zunächst bei einer drohenden Gasmangellage, später in den Entlastungspaketen.

Dass die Unternehmen nicht erst seit dem Ukrainekrieg durch massiv steigende Energiepreise belastet werden, machte Fleischer dem ZVG zufolge am Beispiel der CO2-Bepreisung deutlich, die bereits seit 2021 für viele energieintensive Gartenbau-Betriebe einen tiefen Einschnitt im Unternehmensergebnis darstelle. Der ZVG habe erreicht, dass die Gartenbau-Sektoren Zierpflanze, Gemüse und Pilze in die Liste der energieintensiven Sektoren aufgenommen werden, wie Fleischer in seiner Rede betont habe. Allerdings habe sich das dafür nötige Antragsverfahren als hochbürokatisch sowie zeit- und kostenintensiv herausgestellt, so der ZVG-Generalsekretär.

Pflanzenschutz und Fachkräftebedarf als weitere Knackpunkte

Ein weiteres Thema, das Fleischer dem ZVG zufolge in seiner Rede angesprochen habe, war der anhaltende Fachkräftebedarf im Gartenbau. Hier müsse die Neuordnung der Ausbildungsordnung, die vom ZVG-Ausbildungsreferat für den gesamten Gartenbau organisiert und koordiniert werde, als große Chance genutzt werden. Mit einer zusätzlichen Fachrichtung für den gärtnerischen Endverkauf könne mehr qualifiziertes Personal für Einzelhandelsgärtnereien und Gartencenter, das perfekte Pflanzenkenntnis und Verkaufswissen vereine, ausgebildet werden, so Fleischer.

Darüber hinaus habe der ZVG-Generalsekretär in seiner Rede auf die weiterhin dramatische Situation beim Pflanzenschutz verwiesen. Die Branche benötige dringend eine deutlich schnellere Zulassung, weshalb der ZVG dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Zulassungsbehörde einen detaillierten Vorschlag vorgelegt habe, um den Zulassungsprozess zu beschleunigen, wie Fleischer in Erfurt berichtet habe. Um die Zulassungssituation ein wenig zu verbessern, werde gleichzeitig das Verbundvorhaben Lückenindikationen fortgesetzt. Die finanzielle Unterstützung der Fachverbände und Fachgruppen sei ein gutes Beispiel für die Hilfe zur Selbsthilfe im Gartenbau.

ZVG-Mitglieder setzen auf Beständigkeit in der Verbandsspitze

Ebenfalls im Rahmen des Deutschen Gartenbautags fanden am 16. September Wahlen in der Verbandsspitze des Zentralverbands Gartenbau statt. Dabei wurde laut ZVG der amtierende Vizepräsident Wilhelm Böck von den Verbandsmitgliedern für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt. Mit der Wiederwahl trete der gelernte Gemüsegärtner aus Neufarn bei München, der sich dem ZVG zufolge auf vielfältiger Ebene für den Berufsstand engagiert und beispielsweise als stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau im ZVG und im Vorstand der Gemüse-Selbstvermarkter aktiv ist, seine dritte Amtszeit an. Ebenso wiedergewählt wurde Böck zum Schatzmeister des Verbands.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde dem ZVG zufolge außerdem Thomas Koch in seinem Amt als Vorsitzender des ZVG-Arbeitsausschusses für Technik und Bauwesen für weitere drei Jahre bestätigt. Dem Ausschuss für Sozialfragen wird demnach Jürgen Mertz für eine weitere Amtsperiode vorstehen.

Ehrungen für Melchisedech und Fernsehjournalist Haentzschel

Mit der ZVG-Ehrennadel in Gold wurde auf dem Deutschen Gartenbautag in Erfurt Matthias Melchisedech ausgezeichnet. Der Zentralverband Gartenbau würdigt damit die ehrenamtliche berufsständische Arbeit des Gärtnermeisters für den deutschen Gartenbau. Seit Jahren setze sich Melchisedech, der Mitglied im Ausschuss Bildungspolitik und Berufsbildung im ZVG sowie im Fachausschuss Überbetriebliche Ausbildungsstätte Gartenbau der Landwirtschaftskammer (LWK) Rheinland-Pfalz ist und dem Prüfungsausschuss Blumen und Zierpflanzenbau seiner Heimatstadt Trier vorstand, mit großem Engagement für die berufliche Ausbildung junger Menschen ein. Zudem bekleide der 70-Jährige verschiedene verbandspolitische Ämter und sei in der Kommunalpolitik aktiv.

Dem ZVG zufolge ist der Zierpflanzengärtner seit 1997 Kreisgärtnermeister des Verbands Trier-Saarburg und war von 1999 bis 2008 Schatzmeister und bis 2020 Vizepräsident des Landesverbands Gartenbau Rheinland-Pfalz. Außerdem sei Melchisedech Mitglied im Stadt- und Ortsbeirat von Trier und habe unter anderem aktiv an der Umsetzung der zweiten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau in Trier im Jahr 2004 mitgewirkt. Als Vertrauensperson der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) stand er zudem seinen Berufskollegen als Ansprechpartner zur Seite. „Solche Menschen wie Matthias Melchisedech braucht der Berufsstand: außerordentlich engagiert für seine Berufskollegen und seine Region – dafür gebührt ihm großer Dank“, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz beim Überreichen der goldenen Ehrennadel.

Mit der Ernst-Schröder-Münze des ZVG in Silber wurde dagegen Journalist Jens Haentzschel für sein langjähriges Engagement als Autor, Moderator, Vermittler und Wegbegleiter der Branche geehrt. „Mit seinem gärtnerisch-kommunikativen Know-how greift er Themen der Branche auf und trägt sie in die Breite“, so Mertz in seiner Laudatio auf dem Deutschen Gartenbautag. Haentzschel habe über die Jahre Großartiges geleistet und den Gartenbau verständlicher gemacht. Die Fernsehsendung „MDR Garten“ gehöre demnach bundesweit zu den zuverlässigen Ratgebern rund ums Gärtnern, und das „MDR Garten-Studio“ habe sich bei der Bundesgartenschau (BUGA) 2021 in Erfurt Mertz zufolge als wahrer Publikumsmagnet erwiesen.

Haentzschel war dem ZVG zufolge seit Mitte der 1990er Jahre für verschiedene Kulturredaktionen deutscher Tageszeitungen und für den Rundfunk tätig und wirke seit Anfang 2002 als fester Autor und Regisseur an der Fernsehsendung „MDR Garten“ mit. Seit 2016 moderiert er das Ratgebermagazin rund ums Gärtnern und den Garten zudem. „Vor allem bei den Dreharbeiten in Gartenbau-Betrieben merke ich, wie wichtig die Arbeit der Gärtnerinnen und Gärtner ist. Und ein ganzer Gartenbau-Betrieb erzählt mir mehr als fünf Pflanzen, die ein Experte mit ins MDR Garten-Studio bringt“, so Haentzschel in seiner Danksagung. Auch abseits der Kamera, etwa als Jurymitglied beim Deutschen Gartenbuchpreis oder im Kuratorium des Stiftungsrats des Deutschen Gartenbaumuseums, lasse den studierten Germanist die Gartenkultur nicht los.

Fotos: ZVG (Wiederwahl Wilhelm Böck und Ehrung Matthias Melchisedech) sowie ZVG/Schubert (Dankesrede Jens Haentzschel)

 

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