Grüne Branche

Gartenbauzentrum in Ellerhoop: Erster Test mit dem Terraseed-System

Nach dem Auslaufen der Zulassung von Basamid sucht man nach anderen effektiven und praktikablen Bekämpfungsmöglichkeiten für bodenbürtige Krankheitserreger und die Echte Bodenmüdigkeit. Zusätzlich braucht man neue Konzepte zur Bekämpfung der Unkräuter auf den Saatbeeten.

Das Gartenbauzentrum (GBZ) der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LWK SH) prüfte daher im Mai 2014 in einem ersten Testversuch die in Dänemark bei Feldsalat eingesetzte Terraseed-Matte auch bei der Aussaat von Abies nordmanniana.

Der Versuch wurde in enger Kooperation mit der dänischen Forstbaumschule Bols (Braedstrup) durchgeführt, die die Aussaatmethode von Abies nordmanniana mithilfe des Terraseed-Systems entwickelt hat (ausführlich beschrieben in der TASPO 3/14).

Gegenwärtig steht eine zweite Spezialmaschine zum Aufbringen der Saat bei der dänischen Firma Yding Grønt A/S (Østbirk), einem Gemüsebaubetrieb, der im Lauf einer Vegetationsperiode bis zu fünf Sätze Feldsalat mit dem Terraseed-System produziert.

Die Maschine rollt die mit Saatgut bestückten, fertig verklebten Papierbahnen zu meterbreiten Rollen auf, wobei die Mattenlänge durchaus 200 Meter und mehr betragen kann. Die Rollen sollten danach feucht in Folien verpackt, aber möglichst ohne Erwärmung transportiert werden. Gut lassen sich die Rollen bis zur Aussaat im Kühlhaus lagern. In der Baumschule werden die Matten auf konventionell für die Breitsaat vorbereiteten Saatbeeten ausgelegt.

Die Baumschule Bols hat bereits ein Gerät gebaut, mit dessen Hilfe die Rollen mit dem Schlepper ausgelegt werden können. Eine Walze am Gerät drückt die Matte an und sorgt so für einen guten Bodenkontakt. Zusätzlich sollte die Matte gleich beim Auslegen mit kalkfreiem Sand abgestreut werden, damit die windanfälligen Matten, insbesondere bei Seitenwind, nicht verrutschen und verweht werden. Daher hat das Gerät der Baumschule Bols auch eine entsprechende Kupplung, um einen Sandstreuer anzuhängen.

In Ellerhoop wurde die Terraseed-Matte wegen des kleinräumigen Versuchs von Hand ausgelegt. Erst einmal ausgelegt, dürfen die Matten nicht austrocknen, sonst würden sie sich kräuseln beziehungsweise Falten werfen. Dann könnte bei gerade gekeimter Saat die Keimwurzel den Bodenkontakt verlieren und der Sämling absterben.

Von daher ist es notwendig, die Matte bei Trockenheit zu bewässern, bei strahlendem Sonnenschein und Wind zum Teil sogar mehrmals pro Tag. Kleine Wassergaben von zwei bis fünf Millimeter sind bereits ausreichend. Wichtig ist, die Matte stetig feucht zu halten, ohne sie zu vernässen. (Dr. Andreas Wrede, Thorsten Ufer, Kurt Lange, Gartenbauzentrum der LWK Schleswig-Holstein, Ellerhoop)