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Gartentier des Jahres: die Dunkle Erdhummel

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Bombus terrestris gehört zur Familie der Echten Bienen, wird bis zu 23 Millimeter groß und gilt als Spezialist der Vibrationsbestäubung. Seit gestern darf sich die Dunkle Erdhummel zudem offiziell mit dem Titel „Gartentier des Jahres 2018“ schmücken.

Vibrierender Bestäuber und Gartentier des Jahres: die Dunkle Erdhummel. Foto: Wolfgang Schruf/piclease

Dunkle Erdhummel hängt Konkurrenz ab

Das Votum war eindeutig: 43,6 Prozent der insgesamt 2.670 abgegebenen Stimmen entfielen bei der von der Heinz Sielmann Stiftung initiierten Wahl zum Gartentier des Jahrs auf die Dunkle Erdhummel. Mitbewerber wie der Siebenpunkt-Marienkäfer (20,5 Prozent) oder die Hornisse (knapp 14,4 Prozent) hatten dagegen keine Chance.

Die an der einen Millimeter breiten braungelben Querbinde auf ihrem schwarzen Rumpf erkennbare Dunkle Erdhummel ist zum Teil bereits ab Februar/März auf der Suche nach Nahrung – Nektar und Pollen verschiedenster Pflanzen. Die Pollenkörnchen schütteln die fleißigen Hummeln dabei förmlich aus den Blüten heraus und werden dabei am ganzen Körper „eingepudert“.

Vibrierende Bestäuber bevorzugt

Besonders gern gesehen sind die vibrierenden Bestäuber laut der Heinz Sielmann Stiftung bei Nachtschattengewächsen wie Tomate, Kartoffel, Zucchini, Kürbis, Paprika und Aubergine. Aber auch Blau- und Preiselbeeren lassen vorzugsweise vibrierende Hummeln an ihre nahrhaften Pollen. Entsprechend werden Erdhummeln auch als Bestäuber in der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion eingesetzt.

Zwischen 2.000 und 4.000 Tomaten- oder Paprikablüten können die fleißigen Bestäuber täglich in Gewächshäusern ansteuern. Ebenso viele Kirsch-, Himbeer-, Apfel-, Stachelbeer- oder Johannisbeerblüten schafft das frischgekürte Gartentier des Jahres auch in der freien Natur. Gearbeitet wird bei den Sammelhummeln von Sonnenauf- bis nach Sonnenuntergang.

Wichtiger Beitrag zur Nahrungsmittelproduktion

„Die Dunkle Erdhummel ist Botschafterin für eine Vielzahl von Wildbienen und anderen Insekten, ohne die unsere Nahrungsmittelproduktion undenkbar wäre“, erklärt Michael Beier, geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung. Mit der Wahl zum Gartentier des Jahres will die Stiftung auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft aufmerksam machen.

„Um das Insektensterben aufzuhalten und unsere eigenen Lebensgrundlagen zu sichern, brauchen wir eine mutige und zukunftsfähige Agrarpolitik – in Deutschland und der Europäischen Union. Landwirtschaft und Naturschutz werden immer noch als Gegenspieler gesehen und instrumentalisiert. Eine neue EU-Agrarpolitik, die nennenswerte Umwelteffekte auslöst, ist überfällig. Die Lösung kann nur in der Verknüpfung des Agrarbudgets mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sein“, so Beiers Appell.

Biologische Vielfalt erhalten

Aber auch alle Gartenfreunde können zum Erhalt der Dunklen Erdhummeln und anderer Bestäuber beitragen. „Gärtner können mit einer naturnahen Gestaltung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten“, sagt Dr. Hannes Petrischak, Biologe bei der Heinz Sielmann Stiftung.

Außerdem sollten Verbraucher bevorzugt zu regionalen Produkten aus biologischer Landwirtschaft greifen. „Nur so können wir das, auch für uns Menschen bedrohliche, Insektensterben aufhalten“, erklärt Petrischak.