Grüne Branche

Gasaustritt bei Pflanzenversandhandel

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Bei einem Versandhandel für Gartenpflanzen in Rellingen bei Pinneberg trat ein zunächst unbekanntes Gas aus, welches Atemwegsreizungen bei zwanzig Mitarbeitern, sowie einen Großeinsatz der Feuerwehr zur Folge hatte. Bei dem Gas handelte es sich um Monophosphan, welches zum Pflanzenschutz vor Schädlingsbefall eingesetzt werde.  

Mit schwerem Atemschutzgerät rückte die Feuerwehr in Rellingen bei einem Pflanzenversandhandel an. Symbolfoto: Rico Löb/ Pixabay

Auffälliger Gasgeruch bei Pflanzenversandhandel

Ein auffälliger, aber dennoch unbekannter Geruch machte einen Mitarbeiter eines Pflanzenversandhandels im schleswig-holsteinischen Rellingen aufmerksam. Der Geruch konnte an einer Halle des Betriebes in der Straße „Am Schippels“ lokalisiert werden. Der Mitarbeiter alarmierte daraufhin unmittelbar die Feuerwehr. Als diese am Einsatzort eintraf, grenzte sie das Gebiet des unbekannten Geruchs auf einen Schacht an der Halle ein. Unter Atemschutz öffnete die Feuerwehr den betroffenen Schacht und fand darin mehrere Tabletten vor, die vermutlich ausgasten.

Gas aus Tabletten zur Schädlingsbekämpfung freigesetzt

Hinzugerufene Einsatzkräfte des ABC-Dienst/LZ-G des Kreises Pinneberg und ein spezieller Chemiefachberater führten verschiedene Messungen durch und konnten schließlich feststellen, dass es sich bei dem austretenden Stoff um Monophosphan handelte. Dieser wird von den Tabletten freigesetzt, wenn diese in Kontakt mit Wasser geraten. Laut Kreisfeuerwehrverband Pinneberg werde dieses Mittel zum Schutz von Pflanzen vor einem Befall mit Schädlingen eingesetzt. Dabei handele es sich um ein äußerst giftiges Gas, welches unter anderem zu schweren Atemwegserkrankungen führen kann. Der Schacht wurde daraufhin gespült und das Gas dadurch kontrolliert freigesetzt.

20 Personen müssen behandelt werden

Während des Einsatzes häuften sich schließlich Meldungen von Atemwegsreizungen mehrerer Mitarbeiter:innen des Pflanzenversandhandels beim ebenfalls hinzugerufenen Rettungsdienst, der daraufhin vor Ort weiter aufgestockt werden musste. Letztlich war ein Großeinsatz des Rettungsdienstes die Folge. Vierzehn Rettungswagen, ein Großraumrettungswagen der Berufsfeuerwehr Hamburg und drei Notärzte waren schließlich vor Ort und versorgten die insgesamt 20 betroffenen Personen. Dreizehn von ihnen mussten sogar zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser im Hamburger Raum gebracht werden. Der Einsatz dauerte vor Ort mehr als dreieinhalb Stunden an. Zudem ermittelt die Polizei jetzt wegen fahrlässiger gefährlicher Körperverletzung und Verunreinigung des Gewässers.

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