Grüne Branche

Gaza-Konfikt: Blumen-Import aus Israel trotz Flugverbot kaum gestört

Nach Ankündigen und Durchsetzen des Flugverbotes von deutschen Fluggesellschaften über Israel hat die TASPO nachgeforscht, ob dies Auswirkungen auf den Import von Blumen und Pflanzen nach Deutschland hat und wie sich dies auf den deutschen Markt auswirkt.

Viele Airlines stellten ihre Verbindungen zum internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein. Foto: eldadcarin/Fotolia

Das Ergebnis: Im Allgemeinen ist das Flugverbot mit wenigen Konsequenzen verbunden. Lex van Horssen, Pressesprecher von FloraHolland, nennt hierfür unterschiedliche Gründe:

  • Es ist Nebensaison, und es gebe momentan nur wenige Produktlieferungen – etwa zehn Prozent des normalen Volumens. Denn zum einen sei es zu heiß für viele Produkte, zum anderen ist Urlaubszeit. Daher kauften weniger Verbraucher Blumen, sodass auch die Produktion niedriger ist.
  • Es gibt hauptsächlich Lieferungen aus den Niederlanden zu dieser Jahreszeit.
  • Es wird mehr Fracht mit dem Schiff als mit dem Flugzeug geliefert. Zurzeit ist dies vor allem Dekorationsgrün.
  • Die Luftfracht führen oft israelische Unternehmen durch, die kein Flugverbot durchgesetzt haben.

Dass das Flugverbot den Import von Blumen und Pflanzen nach Deutschland wenig tangiert, bestätigte auch Thomas Wittenburg vom Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI) gegenüber der TASPO: „Wir können bislang keine Auswirkungen verzeichnen.“ Wie Betty Finkelstein vom israelischen Blumenzüchter Danziger „Dan“ Flower Farm (IL-Beit Dagan) ausführt, ist inzwischen bei den Lieferungen nach Deutschland alles wieder normal, und es gebe keine Probleme mehr mit Flügen von und nach Israel. Danziger nutzt zudem vor allem die israelische Airline El-Al, die ohne Änderungen fliege.

Auch laut Gideon Bickel vom israelische Exportunternehmen Agrexco wird in diesen Tagen nach Deutschland wie zuvor weitergeliefert, da wegen Ferien und dem Sommer die Mengen ohnehin niedrig sind und Agrexco daher genügend Laderaum bei El-Al habe.

Laut Bickel ist Deutschland ein wichtiger Markt für israelische Produkte wie Paprika, Aavocado, Bio-Produkte, frische Kräuter, Blumen und mehr. Gefragt nach der Auflösung des Agrexco-Standortes in NL-Herongen verwies Bickel auf das Büro in NL-Aalsmeer, über das der Verkauf nach Deutschland nun abgewickelt wird. „Dies spart eine Menge Geld, und aus strategischer Sicht ist dies der richtige Schritt.“ Bickel verweist zudem auf den Seetransport, über den ein Teil der Produkte nach Holland ausgeliefert und von dort an die Kunden von Agrexco in ganz Europa verteilt wird. (and)