Grüne Branche

Gebietsheimische Gehölze weiter brisantes Thema

Als brisantes Thema, zu dem sich aktuell offenbar nur schwer ein gemeinsamer Nenner im Gesamtverband finden lässt, erwies sich auf der diesjährigen Wintertagung des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) das Thema gebietsheimische oder gebietseigene Gehölze.

Zunächst gab es erneut eine Präsentation der Forschungsergebnisse von Richard Fronia von der Humboldt-Universität zu Berlin, wonach bei den untersuchten gebietsheimischen Herkünften von Schlehe und Hartriegel keine Herkunftsunterschiede nachweisbar waren.

Andererseits musste sich der BdB mit der verbandspolitischen Kritik speziell des Landesverbandes Bayern auseinandersetzen, in dem es ähnlich wie in Württemberg Erzeuger solcher Gehölze gibt und der seine Interessen nicht ausreichend im Gesamtverband vertreten sieht.

Auf eine gemeinsame Position konnte sich der BdB letztlich bis zum Ende der Tagung nicht einigen. Und es gab offenbar nur wenig Annäherung. Darauf dürfte auch das geschlossene Fernbleiben der Landesverbandsvertreter aus Bayern und Württemberg am Ende der Mitgliedervertreterversammlung hinweisen, als über die Beitragserhöhung abgestimmt wurde. Für diese gab es dennoch eine gültige Mehrheit.

Auf weitere inhaltliche Aussagen zum Thema bewusst verzichtet hatte in seinem Geschäftsbericht BdB-Präsident Karl-Heinz Plum. Denn er glaubt nach wie vor, "dass wir zu einer vernünftigen Lösung zwischen einzelnen Interessengruppen kommen". Dazu gehörten die Befürworter der Anzucht von gebietsheimischen Gehölzen, die Interessengemeinschaft überregionaler Pflanzenhandel, der Berufsverband und die Politik. "Wir wollen aufeinander zugehen", so Plum, auch wenn es manchmal den Anschein habe, dass sich die Lager verhärtet hätten.

Schließlich handele es sich um ein sehr schwieriges Thema, bei dem sehr viele Faktoren eine Rolle spielten