Grüne Branche

Gedächtnislandschaften als Thema bei den kommunalen Friedhofsverwaltern

„Vom Reihengrab zur inszenierten Gedächtnislandschaft“ - unter dieses Motto hatte die Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Friedhofsverwaltungen (AKF) ihre Jahrestagung 2011 gestellt. Vom 8. bis 10. Juni ging es in Koblenz um „Perspektiven neuer Bestattungs- und Erinnerungskultur“, aber auch um Friedhofsmarketing, Kundenpflege und Koblenzer Aspekte.

Der Besuch des Bundesgartenschau-Wettbewerbs „Grabgestaltung und Denkmal“ stand mit auf dem Programm. Dort wurden die Friedhofsverwalter unter anderem von Lüder Nobbmann – dem Vorsitzenden des Bundes deutscher Friedhofsgärtner – begrüßt.

Vielfältig inszenierte „Gedächtnislandschaften“ seien ein Kriterium der Bestattungs-, Trauer- und Erinnerungskultur des 21. Jahrhunderts. Prof. Dr. Norbert Fischer vom Institut für Volkskunde der Universität Hamburg stellte diesen Aspekt in seinem Koblenzer Vortrag heraus. Natur und Landschaft würden bei diesen „Gedächtnislandschaften“ eine wichtige Rolle spielen. Der Friedhof müsse zu einer neuen Rolle finden, zumal ein allmähliches Auseinanderfallen von Bestattungsort einerseits und dem Trauer- und Erinnerungsort andererseits zu beobachten wäre. Mit dem Bedeutungsverlust des Familiengrabes scheine das seit gut 200 Jahren anhaltende „Zeitalter bürgerlicher Bestattungskultur“ zu Ende zu gehen. Fischer: „Wir sind jetzt am Ende einer Entwicklung, die etwa um das Jahr 1800 begann.“ Mehr dazu in der September-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 10.

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